Der Einsatz von Glyphosat soll in Deutschland für bestimmte Anwendungen verboten werden. Eine entsprechende Forderung hat heute mit großer Mehrheit die in Osnabrück tagende Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) formuliert. Dies sei ein „ein überwältigendes Signal“ an den Bund, erklärte der diesjährige VSMK-Vorsitzende, Christian Meyer (Niedersachsen). Der Bund dürfe nun das Thema „nicht weiter auf die lange Bank schieben“, forderte der Grünen-Politiker. Meyer verwies auf die jüngste Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nach der Glyphosat „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ sei.

Vor Beginn der Konferenz hatte die Bürgerbewegung Campact dem Minister eine Liste mit insgesamt rund 220.000 Unterschriften von besorgten Bürgern überreicht. Im jetzigen Beschluss der Konferenz wird der Bund aufgefordert, auf Grundlage der WHO-Bewertung „aus Vorsorgegründen die Abgabe an und die Anwendung durch Privatpersonen zu verbieten“. Außerdem erwarten die Verbraucherschutzminister vom Bund, zeitnah zumindest ein vorläufiges Verbot von Glyphosat bei verbrauchernahen Anwendungen. „In Gärten, Parks und auf Kinderspielplätzen hat das Pestizid nichts zu suchen, auch in der Hobbygärtnerei halte ich die Anwendung für nicht angebracht“, so Meyer. (az)
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