Schweinepest

Einschleppung verhindern

Gefährlicher Virus
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Allgemeinerkrankung der Haus- und Wildschweine mit seuchenhaftem Verlauf, hoher Krankheitshäufigkeit und hoher Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP-Virus). Die Seuche kommt seit Längerem in Weißrussland, der Ukraine und Russland vor, ohne dass verlässliche Daten über ihr Ausmaß vorliegen. Seit dem Jahr 2014 tritt die Afrikanische Schweinepest auch in den baltischen Staaten und Polen auf.
Ende Juni wurde der Ausbruch der Krankheit bei Wildschweinen in Tschechien offiziell festgestellt. Die Krankheit  sei nur noch etwa 300 Kilometer von Deutschland entfernt, so die Ministerin. Sie warnt vor einer Einschleppung durch Verfütterung oder den Kontakt zu nicht oder ungenügend erhitzten, virushaltigen Fleisch- oder Speiseabfällen, also zum Beispiel Schinken oder Salami. Sie wies nachdrücklich darauf hin, dass Schweinefleischprodukte aus Regionen, die bereits von der Afrikanischen Schweinepest betroffen sind, nicht mitgebracht werden dürfen.

Hinz richtet Appell auch an Urlauber

Eine besondere Gefahr geht von Wildschweinen aus, die sich zum Beispiel an Mülltonnen bedienen und dadurch an Nahrungsmittel aus Ländern kommen können, in denen Schweinepest vorkommt. Hierzu gehören Mülltonnen an Autobahnen oder in großen Städten. „Wer seinen Urlaub in Osteuropa verbringt, sollte sich vorher über die Lage vor Ort informieren. Die Krankheit ist zwar für den Menschen ungefährlich, führt allerdings bei Haus- und Wildschweinen zu hohen Verlusten und verläuft in der Regel tödlich“, so Hinz.

Nutztierhalter, Jäger und Tierärzte besonders gefordert

Bekämpfung durch Töten
Die Bekämpfung bei Hausschweinen erfolgt durch Tötung der Bestände und weiträumige Sperrmaßnahmen mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen infolge von Handelsrestriktionen. Die Bekämpfung der Seuche bei Schwarzwild ist nur durch Reduzierung der Populationen und durch Beseitigung verendeter beziehungsweise infizierter Tiere möglich.
Der strikten Einhaltung von Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung komme eine ganz entscheidende Rolle zu, so Hinz weiter. „Werden empfohlene Biosicherheitsmaßnahmen streng eingehalten, bietet dies den Landwirten einen guten Schutz der von ihnen gehaltenen Schweine." Flankierend dazu müssten Nutztierhalter, Jäger sowie Tierärzte ihre Aufmerksamkeit auf die Früherkennung eines möglichen Seucheneintrags richten und unklare Erkrankungs- oder Todesfälle von Haus- ­oder Wildschweinen umgehend der zuständigen Veterinärbehörde mitteilen, erklärte die Ministerin.

Zur Früherkennung eines möglichen Eintrags nach Hessen will die Ministerin ein flächendeckendes Monitoring bei Wildschweinen durchführen lassen, welches auch die Untersuchung auf die Afrikanische Schweinepest miteinschließt. (mrs)
stats