Durch die Novelle könnten Sperrfristen ausgeweitet, der Einsatz teurer Technik vorgeschrieben und niedrigere Obergrenzen sowie viele weitere Auflagen eingeführt werden, moniert der Bayerische Bauernverband (BBV) gegenüber agrarzeitung.de. Ausgeglichene Nährstoffkreisläufe und die standortgerechte Versorgung der Kulturen würden durch die Ausweitung starrer, nur am Kalender orientierter Regeln, wie sie die Reform der Düngeverordnung vorsieht, gefährdert. 

Zudem hat der BBV Einwände gegen die Ausweitung der Sperrfrist für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und Gärresten. Hier sollen einheitliche Sperrfristen vom 1. Oktober bis 31. Januar gelten. Dies ist nicht praktikabel. In vielen Teilen Bayerns lasse es die Witterung für Landwirte eher zu, im Herbst Stickstoff zu düngen. Dies sei mit der neuen Verordnung nicht mehr möglich. Eine Düngung nach der Hauptfrucht sei nur in bestimmten Fällen möglich. Statt dem Blick in den Kalender müsse bei der Düngung die landwirtschaftliche Ausbildung, die Erfahrung der Bauern und nicht zuletzt der Nährstoffbedarf maßgeblich sein, so der BBV.

Die Einschränkungen wie sie das geplante Düngeverbot nach der Ernte vorsieht, würde es unmöglich machen, früh gesäten Weizen noch zu düngen, der bislang auch gemäß den Beratungsempfehlungen durchaus noch Nährstoffe benötige. Auch Körnermaisstroh brauche Stickstoff zur Strohrotte. Der BBV macht sich auch Sorgen um die künftige Sicherstellung von Qualitätsweizen, wenn die Stickstoffdüngung weiter eingeschränkt, Obergrenzen reduziert und anrechenbare Verluste gesenkt werden.

Derzeit wird die Novelle der Düngeverordnung vom Bundesagrarministerium (BMEL) den  zuständigen Bundesministerien Wirtschaft, Justiz, Umwelt und Gesundheit zur Ressortabstimmung zugestellt. Dann will Deutschland die Novelle der EU-Kommission vorlegen. Diese prüft, ob das neue Regelwerk ausreicht, um die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie zu erfüllen. (da)
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