Grundwasser

Einträgen von Antibiotika auf der Spur


Antibiotika im Grundwasser und „erhebliche Stickstoffeinträge aus landwirtschaftlicher Intensivnutzung“: Diese beiden Problemfelder identifizierte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) beim Grundwasser-Workshop des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwoch in Cloppenburg. „Die Kommunen sollen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und dem NLWKN Ursachen ermitteln und Maßnahmen zur Verringerung der Belastungen prüfen“, so Wenzel weiter.

In 24 niedersächsischen Kommunen wird der Grenzwert für Nitrat überschritten – mit steigender Tendenz. Das zeigen Untersuchungen von Grundwassermessstellen. An diese Kommunen habe sich der Umweltminister persönlich gewandt, um „konsequentes Handeln für eine Trendwende“ einzufordern. Landesweit würden 80.000 t Stickstoff zu viel gedüngt, so ein Ergebnis des Workshops. Für den Parameter Nitrat müssen 60 Prozent der Landesfläche im schlechten Zustand gemäß Wasserrahmenrichtlinie gemeldet werden.

Viehstarke Regionen häufiger betroffen

Auch zu Rückständen von Tierarzneimittel im Grundwasser liegen den Experten des NLWKN Ergebnisse vor: 2015 wurde das Grundwasser landesweit an 157 Messstellen auf Rückstände untersucht, an jeder siebten Messstelle wurden Wirkstoffe aus der Gruppe der Sulfonamide gefunden. „Viehstarke Regionen sind häufiger betroffen, aber auch in vieharmen Gebieten wurden Wirkstoffe im Grundwasser gefunden“, erklärte dazu ein Experte des NLWKN.

Das NLWKN untersucht gezielt an sechs Standorten in Niedersachsen Eintragspfade von Arzneimitteln. Dazu werden neben dem Grundwasser auch Proben von Gülle und Gärresten, Sickerwasser, Böden, Kleinkläranlagen und Dränauslassen analysiert. (pio)
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