Düngeverordnung

Einwände in letzter Minute

Jeder Landwirt hat noch die Möglichkeit, seine persönlichen Bedenken zum Entwurf der Düngeverordnung beim BMEL einzureichen. Die Regelungen für das Beteiligungsverfahren und der Entwurf der Düngeverordnung können im Internet abgerufen werden. Die Frist läuft heute am 28. November ab. Wer noch eine Stellungnahme schreiben will, kann dies nur mit einer "qualifizierten Signatur" tun oder ein Fax an das Ministerium unter 0228/995294262 senden.

Landvolk bietet Hilfe an

Der Entwurf der neuen Düngeverordnung ist sehr kompliziert und nicht Jedem liegt es, eine schriftliche Stellungnahme so zu formulieren, dass die Ministerialbeamten sich damit auch konkret auseinandersetzen müssen, teilt das niedersächsische Landvolk mit. Passende Mustertexte finden sich unter auf der Seite des Verbandes. "Sie brauchen nicht zu befürchten, dass das Ministerium Ihre Stellungnahme für Kontrollen nutzt oder an andere Behörden weitergibt", fordert das Landvolk alle Landwirte zum Mitmachen auf.

Bundesrat muss zustimmen

Ende dieser Woche endet die Umweltverträglichkeitsprüfung der Düngeverordnung. Alle relevanten Einwände muss das federführende BMEL noch in den Entwurf einarbeiten. Eine finale Fassung soll am 16. Dezember dem Bundesrat in seiner letzten Sitzung des Jahres 2016 vorgelegt werden. Es gilt als wahrscheinlich, dass zunächst die Ausschüsse darüber beraten. Frühestens zum April 2017 könnte die neue Verordnung in Kraft treten.

Kostenloses Programm hilft bei der Dokumentation

Ein kostenloses Programm zur Dokumentation von schlagspezifischen Düngemaßnahmen haben die ostdeutschen Landesämter und Landesanstalten für Landwirtschaft entwickelt. Das Bilanzierungs- und Empfehlungssystem Düngung (BESyD) berücksichtigt die Vorgaben der Düngeverordnung wie die deutlich verschärften Restriktionen für eine Spätsommer-/Herbstdüngung, ertragsbezogene N-Obergrenzen sowie abgesenkte Bilanzobergrenzen von beispielsweise 170 kg N/ha.

Düngebedarfsermittlung von N und P

Das Programm ist praxisbezogen für Landwirte, Berater, Labore und Ämter erstellt worden und soll mit der neuen Düngeverordnung starten. Es umfasst alle Forderungen der neuen Verordnung zur Düngebedarfsermittlung von Stickstoff und Phosphat sowie Nährstoffbilanzen. Es ist erweiterbar um die Nährstoff Kali, Magnesium und Kalk. Berücksichtigt werden alle geografischen Besonderheiten wie die Küstenlage in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Höhenlagen in Sachsen und Thüringen.

Belege für Kontrollen schnell zur Hand

Eine Hoftorbilanz sieht das Programm derzeit nur für den Öko-Landbau vor. Sie dürfte für alle Betriebe zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden. Das Programm wird regelmäßig ergänzt und aktualisiert, versichert Dr. Michael Grundert vom Sächsischen Landesamt für Umwelt und Landwirtschaft. Das Programm dürfte die Nutzer in den kommenden zehn Jahren begleiten, sagte Grunert vor Kurzem bei der Düngetagung in Erfurt. Damit können Landwirte die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Mit einer Datenablage in der Cloud können alle Belege für Kontrollen schnell erstellt werden. (da)


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