Russland-Embargo

Ekoniva-Chef hält zu Putin

Lange in Russland
Stefan Dürr stammt aus dem Odenwald und sollte dort ursprünglich einen kleinen Familienbetrieb übernehmen. Stattdessen hat Dürr noch während seines Studiums 1989 als Praktikant in Russland die Möglichkeiten der dortigen Landwirtschaft kennen gelernt. Heute bewirtschaftet sein Unternehmen Ekoniva in Russland rund 200.000 ha Fläche und hält 19.300 Milchkühe. Seit Anfang 2014 besitzt Dürr „in Anerkennung seiner Verdienste für die russische Landwirtschaft" auch die russische Staatsbürgerschaft. (db)
Stefan Dürr leidet nach eigenen Angaben darunter, dass im Verhältnis zwischen der EU und Russland derzeit so viel Porzellan zerschlagen werde. Dennoch habe er Putin sogar zu Sanktionen geraten, erzählt Stefan Dürr in einem Interview mit Zeit-Online. „Ich glaube, dass Gegenmaßnahmen dem Westen vor Augen führen, wie stark man in vielen Bereichen voneinander abhängig ist", begründet der Unternehmer seine Ansicht. Denn er zeigte sich im Interview auch überzeugt, dass der Westen die Hauptschuld trage und immer wieder Öl ins Feuer gieße.

Für Russlands Landwirtschaft eröffne das Exportverbot außerdem Chancen, ist Dürr überzeugt. Die Betriebe hätten die Chance, sich in einer geschützten Übergangszeit zu entwickeln. „Ein Einfuhrverbot etwa für westliche Pkw hätte der heimischen Wirtschaft wenig gebracht, weil nicht absehbar ist, dass wir hier eine wettbewerbsfähige Automobilwirtschaft aufbauen. Bei der Landwirtschaft ist das anders", sagte Dürr im Interview mit Zeit-Online. (db)
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