Ammoniak

Emissionen höher als gedacht


In Deutschland dürfen jährlich bis zu 550.000 t Ammoniak in die Umwelt abgegeben werden. So sieht es eine Richtlinie der Europäischen Union vor. Bisher wurde davon ausgegangen, dass dieser Wert nur knapp überschritten wird.

Die Ammoniak-Emissionen aus der Geflügelhaltung wurden neu berechnet.
-- , Foto: Plukon
Die Ammoniak-Emissionen aus der Geflügelhaltung wurden neu berechnet.
Für die Jahre 2010 bis 2012 meldete Deutschland Werte zwischen 547.000 und 561.000 t. Für 2013 wurden aber 671.000 t nach Brüssel gemeldet. Grund für den sprunghaften Anstieg seien geänderte Berechnungsverfahren. Diese seien an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst worden. Als Konsequenz mussten auch die Zahlen für 2010 bis 2012 um rund 100.000 t nach oben korrigiert werden.

Unterschätzt worden seien die Ammoniakemissionen vor allem in zwei Bereichen: der Geflügelhaltung und der Harnstoffdüngung. Bekannt wurde die Neuberechnung durch eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion an das Bundesumweltministerium. Über die noch nicht veröffentlichte Antwort hatten Medien am Wochenende vorab berichtet.

Neben Deutschland emitieren auch Dänemark, Finnland und Spanien mehr Ammoniak als erlaubt. Die EU-Kommission hat die Länder aufgefordert, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Andernfalls drohe ein Vertragsverletzungsverfahren. (SB)
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