EU-Agrarreform

Ende der Zuckerquote stößt sauer auf


Als zu früh kritisiert die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) den jetzt beschlossenen Zeitpunkt für das Ende der Zuckerquote. „Sachgerechter" sei eine Verlängerung bis 2020 gewesen, meint die Lobby der Zuckerrübenanbauer und Zuckerfabriken. „Es ist bedauerlich, dass der europäischen Zuckerwirtschaft aufgrund der egoistischen Forderungen einiger weniger Länder nunmehr wertvolle Zeit für die weitere Anpassung an die Erfordernisse des Weltmarktes fehlt", kommentiert der WVZ-Vorsitzende Dr. Hans-Jörg Gebhard den EU-Kompromiss.

Jetzt sei es wichtig, Rahmenbedingungen für die Zeit nach 2017 zu schaffen. Dazu gehörten nach Aussage von Gebhard ein funktionierendes Sicherheitsnetz im Falle von Marktstörungen ebenso wie eine Aufhebung der Exportbeschränkungen sowie der Verzicht auf weitere Einfuhrzugeständnisse für Zucker im Rahmen neuer Handelsabkommen.

Die Unternehmen der zuckerverwendenden Branchen hätten sich dagegen einen Ausstieg aus der Quote bereits im Jahr 2015 gewünscht. „Die Zuckerquote passt nicht mehr in die Zeit. Sie führte in den vergangenen Jahren zu einem akuten Zuckerengpass mit einem extremen Anstieg des Zuckerpreises in der EU", urteilt Karsten Daum, Sprecher des Infozentrums Zuckerverwender (IZZ).

Deswegen appellierte er an die EU-Kommission, bis zum Auslaufen der Zuckerquote mit vorausschauenden Marktmaßnahmen für ein ausreichendes Angebot an Zucker zu sorgen. Die Hersteller von Konfitüren, Limonaden sowie Süß- und Backwaren klagen seit Jahren über Versorgungslücken am EU-Zuckermarkt. (db)
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