Nachdem die EU-Kommission ein zweijähriges Moratorium für Beizen mit neonicotinoiden Wirkstoffen für Raps und Mais vorgeschlagen hat, sind die Länder am Zug, zu einer qualifizierten Mehrheit zu kommen. Dafür tagt am Montag der Beschwerdeausschuss. Sofern keine Einigung erzielt wird, kann die Kommission ihren Vorschlag in Kraft setzen. Bis dahin legen die beiden Interessengruppen, die Bundesregierung für ihren Standpunkt zu gewinnen,   noch einmal einen Endspurt hin.

"Wir haben noch nicht aufgegeben", versucht Dietmar Brauer, Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke, noch einmal für Befürworter der neonicotinoiden Rapsbeizen zu mobilisieren. Ähnliches versuchen derzeit die Gegner von Pflanzenschutzmitteln. Der Rapool-Ring hat einen verzweifelten Aufruf gestartet, die Imker für die Anliegen der Rapserzeuger zu gewinnen.

Denn ohne die insektizide Beizung wird der Rapsanbau schwieriger und darum vermutlich an Fläche verlieren. Der junge Raps sei keine für Bienen attraktive Pflanze, argumentiert Rapool. Bis die Rapsblüte die Bienen anlockt, sei dort praktisch kein Wirkstoff mehr zu finden, der die Bienen schädigt. (brs)
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