Wolfsmanagement

Entnahme als letzte Instanz

Wege zu einem konfliktarmen Miteinander von Weidetieren, Haltern und Wölfen zeigt ein Eckpunktepapier, auf das sich acht Verbände aus Natur- und Tierschutz, Schafhaltung, Jagd und Grünlandschutz verständigt haben. In dem heute in Berlin vorgestellten Papier sprechen sich die Unterzeichner für ein "planvolles Wolfsmanagement" aus. Dazu soll ein nationales Kompetenznetzwerk Herdenschutz geschaffen werden, in dem die bisherigen Erfahrungen gebündelt werden sollen.

Mehr Prävention vor Wolfsübergriffen

Vorrangiges Ziel des Herdenschutzes sollte laut des Eckpunktepapiers die Prävention vor Wolfsübergriffen sein. Als letztes Mittel sollen nach dem Willen der beteiligten Verbände auch problematische Wölfe entnommen werden können. Dafür gelte es aber strenge Voraussetzungen einzuhalten.

Wegen der möglichen wirtschaftlichen Folgen wollen die Verbände zudem einen möglichst unbürokratischen und zeitnahen Schadensausgleich. Dabei dürften nicht nur die direkten Tierverluste berücksichtigt werden, sondern auch Folgeschäden und Arbeitskosten. Im Vorfeld müsse zudem eine staatliche Förderung des Herdenschutzes sichergestellt werden, die alle wolfsbezogenen Investitions- und Erhaltungskosten auffange.

Die Verbände fordern zudem eine Änderung der Tierschutz-Hunde-Verordnung, die die besonderen Bedürfnisse der Herdenschutzhunde berücksichtigt.

Naturschützer in der Kritik

Der Deutsche Bauernverband (DBV), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) sowie die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) kritisierten die Vorschläge der Umwelt- und Tierschutzverbände als völlig unzureichend. Die Lasten und Risiken der Ausbreitung des Wolfes würden allein den Weidetierhaltern aufgebürdet, schreibt der DBV in einer Mitteilung. "Die Naturschutzverbände opfern die Weidetierhaltung von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden für den Wolf und damit den langfristigen Erhalt des Grünlandes in weiten Teilen Deutschlands."
 
Die Probleme und Befürchtungen der Weidetierhalter und der Menschen im ländlichen Raum müssten endlich ernstgenommen werden. Insbesondere in Regionen, die nicht wolfssicher eingezäunt werden könnten - unter anderem etwa Deiche -, müsste durch eine konsequente Bestandsregulierung eine Wiederansiedlung des Wolfes ausgeschlossen werden, betonten DBV, BAGJE und VDL. (mrs)
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