Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) bewertet die heutige Stellungnahme des Umweltausschusses im Europäischen Parlament zum weiteren Umgang mit Biokraftstoffen als kritisch.

Der Beschluss berücksichtigt nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Er reflektiere nicht die wissenschaftlichen Unsicherheiten der iluc-Berechnungen, so VDB-Präsident Dr. Robert Figgener. Selbst der Autor der IFPRI-Studie, die den Berechnungen der iLUC-Faktoren zugrunde liegen, hatte davon abgeraten, die Werte für die Gesetzgebung zu berücksichtigen.

„Es ist unverständlich, dass der Ausschuss die wissenschaftlichen Erkenntnisse unberücksichtigt lässt und damit die heimischen, nachhaltig erzeugten Biokraftstoffe begrenzt. Als indirekten Effekt werden die Abgeordneten damit den Absatz fossiler Kraftstoffe ankurbeln und die Eigenversorgung der EU mit heimischen Futtermitteln reduzieren“, so Figgener.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert die Positionierung des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments zu Biokraftstoffen. Eine Deckelung der herkömmlichen Biokraftstoffe auf 5,5 Prozent in Kombination mit der Doppel- und Mehrfachanrechnung von Abfällen und Reststoffen bedeute den faktischen Rückwärtsgang für heimische Biokraftstoffe, heißt es in einem Statement.

Der DBV setzt nun auf die Plenarabstimmung des Europäischen Parlaments im Herbst. Bekanntlich haben sich der Energie- und der Agrarausschuss des Parlaments weitaus kritischer zu den Vorschlägen der EU-Kommission positioniert. (hed)
stats