Zweite WHO-Behörde

Entwarnung für Glyphosat


Zwei Gremien
Zwei Expertengruppen befassen sich in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Glyphosat. Im März 2015 stufte die zur WHO gehörende Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Jetzt hat das Joint Meeting on Pesticides and Residues (JMPR), eine gemeinsame Einrichtung von WHO und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) seine Bewertung abgegeben. (db)
Am Pfingstmontag hat das Gremium „Joint Meeting of Pesticide Residues" (JMPR) seine lang erwartete Einschätzung veröffentlicht: Bei gebräuchlichen Mengen gebe es kein Krebsrisiko für Menschen durch Glyphosat-Rückstände. Damit stärkt das JMPR die Einschätzung der deutschen und europäischen Behörden zur Risikobewertung. Sowohl das BfR als auch die Efsa hatten ein Krebsrisiko ausgeschlossen.

Anders die Einschätzung für die Gefahr – die eine grundsätzliche Einstufung von Produkten bedeutet. Hierzu hatte die ebenfalls zur WHO gehörende Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) eine Krebsgefahr als wahrscheinlich bezeichnet.

Am Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche steht in Brüssel die Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat an. Von großer Bedeutung ist, wie Deutschland entscheidet. In der vorigen Woche ist darüber ein Koalitionsstreit entbrannt. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) will zustimmen, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist dagegen. Jetzt will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einschalten. (db)
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