Für den Eingriff in Grund und Boden fordert das Landvolk eine angemessene Entschädigung.
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Für den Eingriff in Grund und Boden fordert das Landvolk eine angemessene Entschädigung.

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat dem Vorrang der Erdverkabelung beim Bau von Energieleitungstrassen zugestimmt. Der Gesetzgeber erhofft sich einen schnelleren Ausbau des Energieleitungsnetzes als wichtigem Baustein der Energiewende und setzt auf Akzeptanz vor Ort. Diese müsse zu allererst mit den Eigentümern und Bewirtschaftern der betroffenen Flächen hergestellt werden, stellt das Niedersächsische Landvolk klar.

Ungeklärte Langzeitrisiken

Der neue Erdkabelvorrang stellt nach Einschätzung des Landvolkes eine der größten Herausforderungen für die Eigentümer und Bewirtschafter dar. Trotz ungeklärter Langzeitrisiken sollen sie dieser Beanspruchung zustimmen. Die neuen Erdkabelforderungen können jedoch nicht weiter mit alten Maßstäben gemessen werden. Es verbiete sich jeder oberflächliche Umgang mit den langjährigen Dienstbarkeiten und ihrer Umsetzung, erklärt das Landvolk. Der Eingriff in Grund und Boden erfordert nach Überzeugung des Landvolkes Niedersachsen eine angemessene Entschädigung und wiederkehrende Vergütung. Die Inanspruchnahme der Flächen dürfe durch naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen nicht weiter verschärft werden, hier müsse die lange in Aussicht gestellte Änderung der Kompensationsregelung begleitend auf den Weg gebracht werden.

Bodenkundliches Konzept erforderlich

Um langfristige Schäden und Eingriffe an landwirtschaftlich genutzten Flächen zu minimieren, bedarf es nach Einschätzung des Landvolkes eines umfassenden bodenkundlichen Konzepts. Die Erfahrungen aus bisherigen Projekten können für künftige Vorhaben eine Vorlage liefern, die stets zu prüfen und zu ergänzen ist. Gefordert wird ein professioneller Schutz landwirtschaftlicher Flächen durch ein umfassendes und frühzeitig erarbeitetes bodenkundliches Baukonzept. Noch vor Baubeginn sollten bodenkundliche Zielvorgaben in die Leistungsbeschreibung, die Zeitplanung und das Baustellenmanagement der Baustraßen, Mieten und Lagerflächen einfließen. „Im Interesse aller Beteiligten müssen die beanspruchten Flächen nach der Fertigstellung wieder uneingeschränkt als landwirtschaftliche Nutzflächen zur Verfügung stehen“, fordert das Landvolk. (az)
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