Rheinland-Pfalz

Erzeuger beklagen teure Fleischbeschau


Die geringe Viehdichte in Rheinland-Pflanz hat laut dem Bauernverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV) und dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWVRN) eine klare Schattenseite: Die Kapazitäten in den Schlachthäusern sind bei weitem nicht so ausgelastet wie in viehdichten Regionen anderer Bundesländer, entsprechend höher sind im südwestdeutschen Bundesland die Fleischbeschaugebühren, die Landwirte an die Schlachter zahlen müssen.

In einer Pressemitteilung Anfang der Woche fordert der Verband das grün geführte Agrarministerium zum Handeln auf: „Die Politik soll im Sinne unserer regionalen Strukturen endlich Farbe bekennen und Verantwortung übernehmen“, fordern BWV-Präsident Eberhard Hartelt und BWVRN-Präsident Michael Horper. Sie werfen dem Ministerium Untätigkeit vor und sehen die Gefahr, dass vor allem mehr Schweinehalter aufgeben werden, sollte sich an der finanziellen Belastung durch die Fleischbeschaugebühren nichts ändern.

#Zt#Finanzspritze gefordert#/ZT#

Konkret fordern die Verbände einen finanziellen Zuschuss zu den Gebühren an die Erzeuger, erläuterte ein Sprecher des BWV auf Anfrage von agrarzeitung.de. „Im Kreis Kaiserslautern betragen die Fleischbeschaugebühren aktuell 16,50 Euro pro Schwein und sollen im September auf 20 Euro steigen. Im viehdichten Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen dagegen müssen die Erzeuger weniger als 1 Euro für die Fleischbeschau zahlen“, so der Sprecher weiter.

Steuere die Agrarpolitik nicht gegen, werde es künftig keine Schweinehaltung mehr in Rheinland-Pfalz geben, ist man sich beim BWV sicher. Schon heute stelle das Bundesland weniger als 1 Prozent der deutschen Schweineherde. Gerade die rot-grüne Landesregierung, die sich einen Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft mit regionaler Wertschöpfung und tiergerechter Produktion auf die Fahnen schreibe, sehen die Bauernfunktionäre daher in der Pflicht.

Das Landwirtschaftsministerium wiederum sieht sich für das Thema nicht zuständig, wie das Ressort auf Anfrage mitteilte. Die Fleischbeschaugebühren fallen in den Verantwortungsbereich des Justiz- und Verbraucherschutzministeriums, teilte eine Sprecherin mit. In Rheinland-Pfalz wird Mitte März eine neue Landesregierung gewählt. (pio)
stats