Bundesminister Schmidt und der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst und Gemüse, Jens Stechmann
-- , Foto: BMEL
Bundesminister Schmidt und der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst und Gemüse, Jens Stechmann

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) informierte sich heute über die Auswirkungen des russischen Embargos und mögliche Folgen. Er wendet sich erneut gegen eine Vernichtung der Feldfrüchte und will stattdessen den Absatz von Obst und Gemüse im In- und Ausland verstärken. „Vorrang hat für mich die Förderung des Absatzes“, sagte Schmidt. In einem ersten Schritt hat die Europäische Kommission ein Unterstützungspaket für betroffene Obst- und Gemüsebauern in Höhe von 125 Mio. € beschlossen.

Über die Umsetzung des Programms in Deutschland spreche das BMEL derzeit mit den Bundesländern. „Die Vernichtung von Lebensmitteln ist dabei für mich kein adäquater Weg der Marktstützung“, betonte Schmidt. Es sei daher bedauerlich, dass das EU-Stützungsprogramm, genau dies vorsieht, zum Beispiel die sogenannte Nicht-Ernte von erntereifen Früchten auf dem Feld, heißt es.

Äpfel und Weißkohl im Angebot

Insgesamt wurden 2013 lediglich 0,5 Prozent der deutschen Obst- und Gemüseerzeugung nach Russland exportiert. Dennoch könnte aufgrund hoher Lagerbestände und der guten Ernte 2014 der Apfelmarkt durch den Exportstopp verstärkt unter Druck geraten. Im ernteschwachen Jahr 2013 exportierte Deutschland rund 9.300 t Äpfel und rund 13.500 t Kohl nach Russland.

Schmidt sprach sich unter anderem dafür aus, das Europäische Schulobst- und Gemüseprogramm aus EU-Mitteln zu finanzieren, um so noch mehr Länder zu gewinnen. Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) schlägt vor, die Verbraucher unter dem Motto „Deutschland – Mein Garten.“ zum Verbrauch heimischen Obst und Gemüses zu animieren.

Die Auswirkungen des russischen Boykotts sind in der kommenden Woche Thema eines Treffens von Agrarminister Schmidt mit seinen französischen und polnischen Amtskollegen in Bonn und der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern im September und einem Sonderagrarministerrat in Brüssel. (hed)
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