Glyphosat

Europaabgeordnete bezweifeln Studien

Die Parlamentarier beziehen ihre Kritik auf die sogenannten „Monsanto Papiere". In den USA untersuchen Gerichte, ob angeblich unabhängige Studien von Monsanto beeinflusst wurden. Nach Ansicht der Sozialdemokraten, Grünen und Linken im EP sollte die EU-Kommission deshalb ihren Vorschlag auf weitere Zulassung für Glyphosat zurückziehen.

Die EU-Kommission missachte sträflich das Vorsorgeprinzip, meint Martin Häusling von den Grünen im EP. Der tschechische Sozialdemokrat Pavel Poc erklärte, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei die einzige, die unabhängige und öffentlich zugängliche Studien zu Grunde lege und deshalb zu dem Ergebnis gekommen sei, das Glyphosat Krebs auslösen könne.

Abgeordnete der Christdemokraten teilten diese Positionen nicht. Peter Liese (CDU) wies auf eine Erklärung des EP von 2016 hin, nach dem der Wirkstoff für weitere sieben Jahre zugelassen werden sollte, zumal es bisher keine Alternative für die Landwirte gebe. Die belgische Liberale Friederike Ries fordere mehr EU-Haushaltsmittel für die Efsa, damit diese eigene Studien in Auftrag geben könne. EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis betonte, die „Monsanto Papiere" stellten die wissenschaftliche Einschätzung der Echa und der Efsa nicht in Frage. Der Kommissar räumte aber ein, dass die EU langfristig klären müsse, welche Studien die Behörden heranziehen sollten und was daraus veröffentlicht werden dürfe, ohne die Investitionsanreize der Hersteller zu gefährden. (Mö)
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