Geflügelpest

Experten suchen Infektionsweg

Nachdem die Geflügelpest in einem Legehennen-Betrieb im Kreis Schleswig-Flensburg ausgebrochen ist, beginnt die Suche nach den Ursachen für die Infektion. Seit vorigem Mittwoch hatte es in dem Betrieb vereinzelte Todesfälle bei Hühnern gegeben, die zunächst in Zusammenhang mit dem Ausfall einer Lüftung gebracht wurden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Kiel mit. Der Tierhalter habe ein privates Labor mit Probenahmen beauftragt. Nachdem diese Ergebnisse am Freitag einen ersten, aber nicht amtlichen Verdacht ergaben, wurden unmittelbar amtliche Proben genommen und noch in der Nacht zum Samstag von FLI analysiert.

Bruteier wurden nach Dänemark geliefert

Das FLI wird ein Team von Epidemiologen nach Schleswig-Holstein schicken, um die Ursache der Einschleppung zu klären. Bei der Geflügelfarm im Kreis Schleswig-Flensburg handelt es sich um einen Zuchtbetrieb – die Eier sind Bruteier und nicht für den Konsum bestimmt. Die letzte Lieferung ging nach Angaben des Ministeriums am Montag noch vor Erkrankung der Tiere heraus, und zwar nach Dänemark. Schleswig-Holstein habe den Bund darüber verständigt, damit er die zuständigen Behörden in Dänemark informieren kann.

Zentraler Krisenstab in Berlin einberufen

Am Samstag hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bedarf es schneller, effizienter Koordination und Entscheidungen“, begründete der Minister die Entscheidung. Ziel sei es, die Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung zu bündeln und alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Leiter des Krisenstabs ist der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Dr. Hermann Onko Aeikens. Der nationale Krisenstab besteht aus den Staatssekretären sowie aus Experten von Bund und Ländern.

Stallpflicht in weiten Teilen Nordddeutschlands

In weiten Teilen Norddeutschlands gilt für Nutzgeflügel eine Stallpflicht. Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein haben eine landesweite Stallpflicht angeordnet; in Niedersachsen gilt sie bisher für die Landkreise Harburg, Vechta, Cuxhaven, Rotenburg, Oldenburg, Osnabrück, Stade, Aurich und Ammerland, Osterholz Cloppenburg, Diepholz, Emsland, Vechta, Grafschaft Bentheim sowie die Stadt Osnabrück. (SB)
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