Auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Thema Gefährdung von Bestäubern durch Neonikotinoide im Bundestag teilte die Regierung mit, dass im Vergleich zu 2015 der Export von Neonikotinoiden von 2.385 t auf 1.678 t gesunken sei. Der Absatz innerhalb Deutschlands blieb aber konstant bei um die 200 t.

Synthetisch hergestellte Neonikotinoide werden seit circa 20 Jahren in der Landwirtschaft und im Gartenbau genutzt. Aus der Drucksache des Bundestags geht hervor, dass eine Reihe von Studien Hinweise darauf geben, dass die Wirkstoffe für Honig- und Wildbienen und weitere Nichtzielorganismen wie Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Schmetterlinge diverse Gefahren beinhalten. Bei Bienen zum Beispiel führt das Nervengift zu Orientierungsschwierigkeiten und erhöhter Anfälligkeit für den Befall mit der Varroa-Milbe.

Auf die Anfrage der Grünen, ob die Bundesregierung der Bitte der Umweltministerkonferenz nach weiteren Maßnahmen zur Risikoverminderung für Bestäuber nachkommen wolle, verwies die Bundesregierung auf die Eröffnung des Instituts für Bienenschutz am Julius-Kühn-Institut. Dort würde an Wildbienen und anderen Bestäubern geforscht.

Seit Dezember 2013 in der EU Anwendungsbeschränkungen für vier Wirkstoffe in bienenattraktiven Kulturen. In Deutschland ist der Einsatz von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für die Saatgutbehandlung von Wintergetreide seit 2015 reglementiert. Bislang ist die Gesamtmenge der Neonikotinoidwirkstoffe aber noch nicht zurückgegangen. (lm)
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