Auch die GUS-Staaten werden einen hohen Anteil zur Ernährung der Weltbevölkerung beitragen. Darin ist sich  Prof. Thomas Glauben vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Osteuropa (IAMO) sicher. „Die Preisentwicklungen auf den Weltmärkten sowie die Land- und Ertragsreserven in Russland, der Ukraine und Kasachstan offerieren vorzügliche Markt- und Wachstumschancen in der Getreidewirtschaft“, führte Glauben in dieser Woche in Halle aus.

Jedoch mag der Hallenser Forscher trotz dieser günstigen Voraussetzungen allenfalls von gedämpften Erwartungen sprechen. Derzeit stammen rund 25 Prozent der weltweiten Weizenexporte aus der Region.

Defizit im Mangement

Allein in Russland wurden zwischen November 2007 und Juli 2011 elf Exportsteuererhöhungen und Exportverbote erlassen. Zudem gebe es auf Grund von Investitions- und Managementdefiziten hohe Produktivitätslücken. Schließlich bremse eine schlechte Infrastruktur die Entwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Getreidewirtschaft aus.

Es mangelt an modernen Lagerhaltungstechniken und das Transportwesen ist extrem unterentwickelt. Darüber hinaus fehle es an effizient arbeitenden, modernen Hafenterminals, obwohl etwa 80 bis 100 Prozent des Getreideexports in Russland und der Ukraine via Seehäfen erfolgt. Exporteure müssen lange Umschlagszeiten und hohe Kosten in Kauf nehmen.  (da)
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