Klimawandel

Extreme Wetterereignisse nehmen zu

Der Sommer 2016 war in Deutschland bezogen auf die Durchschnittstemperatur unauffällig, sagte Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD) heute in Berlin. Bezogen auf eine Referenzperiode  1961 bis 1990 sei der Anstieg der Temperatur nur sehr gering ausgefallen, so Becker auf einer Informationsveranstaltung des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK).

Wetterexperte Paul Becker mahnt die Bürger zur vorbeugenden Eigeninitiative.
-- , Foto: jst
Wetterexperte Paul Becker mahnt die Bürger zur vorbeugenden Eigeninitiative.
Dennoch zeichne sich der vergangene Sommer in Deutschland durch verschiedene Besonderheiten aus. Insbesondere die Starkregenereignisse im Zeitraum Ende Mai bis Anfang Juni hätten in verschiedenen Regionen  für große Zerstörungen gesorgt. Verantwortlich dafür sei das „Tief Mitteleuropa" gewesen. Bei heftigen Gewittern seien gebietsweise extreme Regenmengen von bis zu 180 l pro Quadratmeter innerhalb von nur 48 Stunden gefallen.

Derartige Ereignisse seien von Wetterforschern bereits erwartet worden und hätten sich leider bestätigt, betonte Becker. Auch für die Zukunft sollten alle Bürger sowie staatliche und nichtstaatliche Organisationen von einer Zunahme derartiger Ereignisse ausgehen. Den Phänomenen könne nur durch verstärkte Eigenvorsorge begegnet werden, appellierte Becker. Entsprechende Maßnahmen seien beispielsweise möglich durch Veränderungen oder Ergänzungen beim Hausbau. Bürger sollten sich auch einrichten auf den zumindest phasenweisen Zusammenbruch der kommunalen Infrastruktur. In diesem Zusammenhang verwies Becker auf die kürzlich vom Bundesinnenministerium geäußerten Hinweise auf Bevorratung von Lebensmitteln. Der Umgang mit extremen Wetterereignissen sollte auch Bestandteil in Bildungseinrichtungen werden, fordert Becker. Es  sei ausgeschlossen, dass staatliche Maßnahmen kurz- und mittelfristig eine ausreichende Vorsorge zur Vermeidung von Folgen extremer Wetterereignisse bieten könnten. (jst)
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