Die Noch-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist in Sachen Gentechnik deutlich und scheut auch nicht vor Schelte des Koalitionspartners zurück: „Ich werde die CSU in den Koalitionsverhandlungen vertreten und dafür sorgen, dass es bei der strikten deutschen Gentechnik-Politik bleibt“, heißt es in einem Statement, das in der vergangenen Woche vom BMELV veröffentlicht wurde. Und weiter: „Die FDP hat leider noch immer nicht begriffen, dass sich für Europa die Heilsversprechen der Gentechnik-Industrie nicht erfüllt haben.“

Mit diesem harten Kurs verabschiede sich die Ministerin von „wissenschaftsorientierter Politik“ entgegnet die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel Happach-Kasan in einer Mitteilung.

Die Ministerin spreche schon als Landespolitikerin, heißt es aus ihrem Büro. „Ilse Aigner verkennt dass Gentechnik längst Alltag ist. Jeder trägt Hemden hergestellt aus GVO-Baumwolle und isst Käse, hergestellt mit Enzymen von gentechnisch veränderten Organismen“, argumentiert Happach-Kasan. Das Verbot der Maissorte MON810 sei pure Ideologie gewesen.

Sie wisse auch, dass viele Menschen in Deutschland der Gentechnik skeptisch gegenüber stehen, deshalb setze sich die FDP für eine klare Kennzeichnung ein. Aigner sieht das anders: „Wer die Meinung der Bürger nicht respektiert, ist ignorant“, schreibt sie und kündigt an „Wir wollen auch in Zukunft unsere Felder frei halten von Gentechnik.“ Die CSU wolle da nicht locker lassen. (hed)
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