Sieben europäische Verbände sowie zahlreiche bekannte Hersteller und Händler haben einen Verhaltenskodex unterschrieben, nachdem faire und unfaire Praktiken entlang der Lieferkette ausgearbeitet werden sollen.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen FoodDrinkEurope, die Dachorganisation der Lebensmittel- und Getränkehersteller, die Markenartikelhersteller AIM, der Einzelhandelsverband European Retail Round Table, EuroCommerce, EuroCoop, die Union der Verbundgruppen selbstständiger Einzelhändler von Europa (UGAL) und landwirtschaftliche Händler (CELCAA).

Zu den Unternehmen, die unterzeichnet haben, gehören Carrefour, Tesco, Metro, Rewe, Edeka, Lidl, Aldi Nord, Coca Cola, Unilever, Ferrero, Arla, Danone und andere.

Die internationale Organisation der Landwirte will dieser Initiative jedoch laut Agra Europe, London, nicht beitreten. Copa-Cogeca wiederholt seine Forderung nach einem vorgegebenen Verhaltenskodex durch die EU-Gesetzgebung.

Mehr Transparenz in der Verarbeitungskettte

Die EU-Kommission hatte Landwirte, Verarbeiter und Händler aufgefordert, einen eigenen Rechtsrahmen für faire und unfaire Praktiken auszuarbeiten. Eine Reihe von Prinzipien wurden bereits im November 2011 festgelegt. Die "Supply Chain Initiative" wurde so lediglich von Verarbeitern und Einzelhändlern unterzeichnet.

Hinter den Organisationen stehen derzeit 457 Unternehmen, während 82 weitere den Beitritt planen. Die Plattform hofft, dass die EU-Politiker ihr eine Chance geben. "Diese Initiative zeigt das Engagement der lebensmittelverarbeitenden Industrie und des Handels, gemeinsam mit den Partnern gerechtere Handelspraktiken entlang der Nahrungsmittelkette zu erreichen. Das wird zu einer größeren Verantwortung und Transparenz für alle führen", glaubt die FoodDrinkEurope-Generaldirektorin Mella Frewen.

Allerdings ist die Bauern-Organisation Copa Cogeca weiterhin der Auffassung, dass ein freiwilliger Ansatz zu schwach sei und fordert die EU-Kommission auf, Rechtsvorschriften vorzulegen. Generalsekretär Pekka Pesonen sagte zu Agra Europe: "Die Anonymität der Beschwerdeführer ist eine Schwachstelle in diesem freiwilligen Rahmen. Und die geplanten Sanktionen sind nicht stark genug, um missbräuchliche Praktiken zu verhindern". (hed)
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