Handelsabkommen

Farmer bedauern TTP-Rückzug

Donald Trump kündigt am ersten Arbeitstag im Weißen Haus TPP auf.
-- , Foto: Linda Dahrmann/ pixelio.de
Donald Trump kündigt am ersten Arbeitstag im Weißen Haus TPP auf.

Nachdem US-Präsident Donald Trump gleich am Montag die Transpazifische Partnerschaft (TPP) aufgekündigt hat, äußern einige Agrarverbände offen ihre Enttäuschung.

Tracy Brunner, Präsident der National Cattlemen's Beef Association (NCBA), weist in einer ersten Reaktion auf mögliche Einbußen bei Rindfleischexporten nach Japan hin. Ohne TPP käme auf dem wichtigen Absatzmarkt in Zukunft Australien verstärkt zum Zug, weil es in Japan zu 10 Prozent geringeren Zollsätzen anbieten könne.

Größere Sorge um Handel mit Mexiko

Größere Sorgen bereitet der NCBA allerdings eine andere Aussage von Trump, der bereits in seiner Antrittsrede angekündigt hat, das Nordamerikanische Handelsabkommen (Nafta) nachjustieren zu wollen. Betroffen wäre dann mit Mexiko einer der größten Absatzmärkte für die Rindermäster in den USA. „Es bleibt eine Tatsache, dass 96 Prozent der globalen Konsumenten außerhalb der USA leben", argumentiert Brunner. Dort befänden sich auch die Wachstumsmärkte, die den US-Rinderzüchtern Einkommen versprächen.

TTP-Teilnehmerstaaten
Die USA hat im Oktober 2015 mit elf weiteren Pazifik-Anrainerstaaten das Freihandelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP) geschlossen. Dazu gehören Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. TTP sollte auch ein Gegengewicht zur Wirtschaftsmacht China bilden. (db)
Die American Soybean Association (ASA) meldet sich ebenfalls umgehend zu Wort. ASA-Präsident Ron Moore, der selbst im US-Bundesstaat Illinois Soja anbaut, fordert am Montag die Regierung von Trump auf, unverzüglich einen Weg aufzuzeigen, wie der Marktzugang in der Pazifik-Region ohne TPP ausgebaut werden solle. „Handel ist etwas, was Sojafarmer sehr ernst nehmen. Wir exportieren mehr als die Hälfte unserer Sojaernte", sagte Moore und fügte hinzu: „TPP war für uns ein großes Versprechen. Wir sind sehr enttäuscht über den Ausstieg."

Höhere Einkommen erhofft

Agrarverbände waren bisher die größten Unterstützer des TPP. Der Bauernverband American Farm Bureau Federation (AFBF) hatte vor einem Jahr eine Studie veröffentlicht, dass TPP das Agrareinkommen in den USA um jährlich 4,4 Mrd. US-$ steigern könnte. Gemessen am aktuellen Nettoeinkommen wären das immerhin gut 5 Prozent mehr.

AFBF-Präsident Zippy Duval vermeidet es in einer Stellungnahme am Montag zwar, direkt die Entscheidung von Trump zu kritisieren. Aber auch er betont die Bedeutung des Agrarexports für die Farmer. Bisher habe der Agrarsektor von Handelsabkommen immer profitiert. Auch Duval fürchtet deswegen mehr noch den nächsten Schritt von Trump. „Jede Nachverhandlung des Nafta muss gewährleisten, dass der Agrarhandel mit Kanada und Mexiko stark bleibt", fordert der Präsident der US-Farmer. (db)
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