Handelsabkommen USA-Korea

Farmer entsetzt über Pläne Trumps

In der Agrarbranche in den USA wächst die Sorge, dass sich die USA aus dem Freihandelsabkommen mit Südkorea (Korus) zurückziehen könnten. US-Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass in der Regierung darüber nachgedacht wird, den Vertrag nicht nur nachzuverhandeln, sondern ganz aufzukündigen. Verbände aus der Agrarbranche versuchen nun, die Verantwortlichen in Washington umzustimmen und verweisen darauf, welche Folgen eine solche Entscheidung für die Landwirte in den USA hätte.

Wichtiger Partner in Ostasien
2016 lieferte die USA Waren und Dienstleistungen im Wert von 63,8 Mrd nach Korea. Die Importe der USA aus Korea betrugen 80,8 Mrd. US-$. Aus US-Sicht betrug das Handelsdefizit 17 Mrd. US-$. Korea ist der sechstgrößte Handelspartner der USA. Bei den Agrarprodukten steht Korea auf Platz 5. 2016 wurden Lebensmittel im Wert von 6,6 Mrd. US-$ in das ostasiatische Land exportiert. Wichtigste Produkte waren dabei Rindfleisch, Mais, frisches Obst, Schweinefleisch und verarbeitete Lebensmittel. Das US-Korea Free Trade Agreement (Korus) wurde 2007 unterzeichnet und trat 2012 in Kraft.
Die American Soybean Association (ASA), die die Interessen der Soja-Anbauer vertritt, warnte in einem Schreiben an Trump vor „katastrophalen Konsequenzen“. „Als Soja-Anbauer profitieren wir von den Exporten", erklärte ASA-Präsident Ron Moore. Der Handel mache die örtlichen Betriebe und die Kommunen stärker. Egal ob es Korea, Mexiko, Kanada oder die Nachbarn im pazifischen Raum betreffe, seine Organisation werde weiter dafür kämpfen, den Vorteil des Handels für die Farmer deutlich zu machen.

Moore verweist darauf, dass die USA jährlich Sojabohnen im Wert von 2 Mrd. US-$ exportieren. Dank Korus könnten die USA fast die Hälfte der 1,3 Mio. t Sojabohnen zollfrei nach Korea exportieren. Bei einem Rückzug würden Marktanteile an Brasilien und Argentinien verloren gehen. Die ASA fordert nicht nur an Korus festzuhalten, sondern weitere Handelsabkommen zu schließen. „Wir müssen den Zugang zu den wichtigsten Übersee-Märkten für unsere Produkte verbessern“, fordert Moore.

Unterstützung erhalten die Soja-Farmer vom American Farm Bureau Federation. Zwar habe Korus nicht zu der erhofften Zunahme der Lebensmittelexporte nach Korea geführt, aber doch zu einer Stabilisierung der Lieferungen beigetragen. „Wir glauben, dass es unverantwortlich wäre, einseitig diesen oder andere Handelsverträge zu kündigen“, meint auch Mike Miller, Vorsitzender von U.S. Wheat Associates. Miller warnt davor, dass Australien, Kanada oder Russland die Weizenversorgung Koreas übernehmen könnten. Korea war 2016/2017 der drittwichtigste Abnehmer von US-Weizen.

Unterstützung erhält der Agrarbranche von den Spitzen der US-Wirtschaft. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Business Roundtable, Joshua Bolten, erklärte, dass sich seine Organisation jedem Schritt zu einem Rückzug aus Korus widersetzen werde. Mehr als 366.000 Arbeitsplätze seien in den USA von den Exporten nach Korea abhängig. Der Rückzug von Korus würde viele erfolgreiche U.S.-Exporteure erheblich beeinträchtigen, viele U.S.-Hersteller und Konsumenten ernsthaft schädigen und die wirtschaftlichen und strategischen Interessen der US-amerikanischen Unternehmen stark untergraben, warnte Bolton. (SB)
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