Wie sich landwirtschaftliche Nutztiere in bestimmten Situationen fühlen, ist bislang unerforscht. Es fehlen praxistaugliche Indikatoren zur objektiven Beurteilung von Emotionen wie Angst, Wut, Glück, Trauer und Abscheu. Das Forschungsvorhaben „Feel Good“ am Institut für Tierzucht und Tierhaltung an der Universität Kiel will dem genauer nachgehen. Das Projekt „Erfassung positiver Emotionen beim Schwein“ erhielt jetzt von der Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Maria Flachsbarth, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 215.000 €.

Parameter zur Erfassung des Emotionszustandes

Schweinen und Rindern werden durchaus komplexe Emotionen wie Stress, oder Zufriedenheit und Entspannung zugesprochen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Emotionalität von landwirtschaftlichen Nutztieren am Beispiel von Hausschweinen zu bekommen. Zum Beispiel werden physiologisch messbare Parameter wie der Gehalt an Immunglobulin A (IgA) im Speichel der Tiere oder die Größe des Hippocampus der Tiere erfasst. Zugleich wollen die Wissenschaftler geeignete zuverlässige und praxistaugliche Parameter zur Erfassung des Emotionszustandes entwickeln.

Softwaretools für die betriebliche Eigenkontrolle

Das Forschungsvorhaben „Feel Good“ soll dabei heelfen, Haltungssystemen tiergerechter zu gestalten. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die entwickelten statistischen Modelle darüber hinaus direkte Anwendung in Softwaretools beispielsweise für die betriebliche Eigenkontrolle anhand tiergestützter Indikatoren finden. (az)
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