Thüringen

Feldversuche auf der Kippe


„Wer Feldversuche streicht, entzieht den Bundesländern, der Wissenschaft und Beratung eine wichtige Grundlage“, sagte heute Dr. Wolfgang Zornbach vom Bundesagrarministerium (BMEL) vor Landwirten in Erfurt. So sei beispielsweise das Versuchswesen von Pflanzenschutzmitteln für die Bundesländer eine wichtige Grundlage zur Bewertung von Pflanzenschutzmitteln.

Hier würden auch die Bundesländer untereinander kooperieren und ihre Ergebnisse austauschen, erklärte der BMEL-Referent. Wenn nun in Thüringen das Versuchswesen eingeschränkt werden soll, fehle es an wichtigen Informationen. Gerade Projekte zur Lückenindikation, aus denen sich die Hersteller von Mitteln aus finanziellen Gründen immer mehr zurückziehen, würden noch in den Bundesländern durchgeführt, berichteten Teilnehmer der Fachtagung.

Viele Landwirte äußerten in Erfurt ihren Unmut über das EU-weite Verbot von insektiziden Saatgutbehandlungsmitteln mit Neonicotinoiden. Zornbach hält den Beschluss für völlig überzogen. Denn jetzt würden mehr Insektizide bei Raps gespritzt. Seine Hoffnungen ruhen nun auf der von der EU-Kommission angekündigten Überprüfung des Verbotes.

Dazu werde in diesem Monat eine hochrangige Delegation des BMEL nach Brüssel reisen. Im Gepäck hätten die Experten wissenschaftliche Belege, die Aufschluss über die Wirksamkeit von Neonicotinoiden in Beizmitteln für Raps geben. Bei Mais sehe die Situation allerdings anders aus, so der Experte.

Auch Dr. Gerhard Liebig, Imker aus Bochum, spricht sich für eine Aufhebung aus. „Wenn alle logisch denken, müsste das Verbot 2015 zurückgenommen werden“, sagte Liebig unter großem Beifall von Landwirten und Beratern. (da)
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