Der Deutsche Bauernverband (DBV) distanzierte sich von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, die in der am Montag ausgestrahlten Sendung in der ARD zur Sauen- und Ferkelhaltung gezeigt wurden. Das Töten von Ferkeln in der dargestellten Form sei auf den Betrieben in keinster Weise die Regel, betonte der DBV.

Der DBV kritisierte zudem, dass illegale Filmaufnahmen, die bei Stalleinbrüchen erstellt wurden, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ohne jegliche Prüfung auf Plausibilität und Repräsentativität gezeigt werden.

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz müssen umgehend zur Anzeige gebracht werden, statt die Filmaufnahmen über einen Fernsehsender zu vermarkten. Darauf hätte die ARD vor Ausstrahlung des Filmbeitrages drängen müssen, so der DBV.

In dem Beitrag sei die Chance vertan worden, die tierschutz- und gesetzeskonforme Schweinehaltung der heimischen bäuerlichen Landwirtschaft zu zeigen, äußert der hessische Bauernverband (HBV). Auch in Hessen würden dänische Sauen gehalten, die eine hohe Fruchtbarkeit aufweisen, heißt es weiter. Jedoch würden gesunde Ferkel nicht getötet.

Wenn Sauen zu große Würfe hätten, um alle Ferkel ausreichend versorgen zu können, stünden geeignete Verfahren zur Verfügung um deren Versorgung zu gewährleisten. Dazu zählen beispielsweise ein Wurfausgleich oder auch künstliche Ammen. Nicht lebensfähige Ferkel müssten dagegen laut Tierschutzgesetz getötet werden um unnötige Leiden und Schmerzen zu verhindern, so der HBV-Generalsekretär Peter Voss-Fels.

Auch der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) distanziert sich entschieden von den gezeigten Bildern. Die Landwirte hätten ein Interesse daran, möglichst viele Ferkel aufzuziehen, Denn tote Ferkel bringen keinen Gewinn. Nottötungen würden nur in Ausnahmefällen vorgenommen, so der RLV.

Der Deutsche Tierschutzbund hatte aufgrund schwerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz Strafanzeige gegen drei Ferkelerzeugerunternehmen gestellt. (jst/hed)
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