KTG-Pleite

Fiskus lässt Gläubiger im Stich

Umweg über den Verkauf
Die SdK weist auf eine Möglichkeit hin, die Verluste aus Anleihen der KTG Agrar SE steuerlich gelten zu machen. Dazu müssten sie jetzt an einen Dritten veräußert werden. Dann würde es sich um ein für die Steuer relevantes Veräußerungsgeschäft handeln. Verluste, die dabei auflaufen, könnten in der Steuererklärung mit positiven Kapitaleinkünften verrechnet werden, so die SdK. (db)
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) weist darauf hin, dass im deutschen Steuerrecht Verluste mit Anleihen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens als „steuerlich irrelevanter Forderungsausfall“ gewertet werden. „Die Verluste können dann nicht mit Kapitalerträgen aus anderen Geschäften verrechnet werden und damit auch nicht die Steuerlast senken“, bringt es die SdK auf den Punkt. Diese Regelung dürfte auch einen großen Teil der Inhaber von Anleihen der KTG Agrar SE betreffen.

Anderes Verfahren bei Griechenland-Pleite

Die Schutzgemeinschaft kritisiert jedoch generell, dass solche Forderungsausfälle als „steuerlich irrelevant“ eingestuft werden. Im Falle der Griechenland-Pleite hätte der Fiskus nämlich eine andere Sichtweise vertreten. Nach dem Schuldenschnitt der Griechenland-Anleihen im Jahr 2012 konnten Gläubiger ihre Verluste steuerlich geltend machen. „Es scheint also so, als würde der Fiskus andere Regelungen für zahlungsunfähige Eurostaaten gelten lassen als bei Firmenpleiten“, moniert die SdK. Sie äußert die Hoffnung, dass die Finanzgerichte im Rahmen der Abgeltungsteuer die Verluste im Rahmen von Firmenpleiten zur Verrechnung zulassen würden.

Die Juristen der SdK raten deswegen im Falle der KTG-Anleihen, etwaige Verluste trotz der gegenwärtig anderslautenden Auffassung der Finanzverwaltung in der Steuererklärung geltend zu machen, um von einer möglichen positiven späteren Gerichtsentscheidung profitieren können. (db)
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