Weltbodentag

Flächenverbrauch unzureichend bekämpft


Der Verbrauch von Böden in Deutschland muss erheblich reduziert werden. Das fordern die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover anlässlich des am Donnerstag stattfindenden „Internationalen Tag des Bodens“ in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die beiden Behörden erinnern in dem Zusammenhang an die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2002. Die Strategie sehe vor, den Flächen- und Bodenverbrauch in Deutschland bis 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren. Aktuell gingen hierzulande allerdings noch fast 80 ha Boden pro Tag verloren.

Während auf der einen Seite Böden durch Versiegelung verloren gingen, steige auf der anderen Seite „die Ertragserwartung für die übrige Fläche durch erhöhten Bedarf sowie die Technisierung der Landwirtschaft; Nutzungskonkurrenzen zum Beispiel um Anbaufläche von Energiepflanzen nehmen deutlich zu“, betont Dr. Rainer Baritz, Boden-Experte der BGR.

Die Linken-Politikerin Dr. Kirsten Tackmann nimmt den Internationalen Tag des Bodens ebenfalls zum Anlass, um politische Forderungen zu erheben. Mit der „endlichen Ressource Boden“ werde „zu sorglos umgegangen“, so Tackmann. Auch der neue Koalitionsvertrag habe im Bereich des Bodenschutzes „zu wenig zu bieten“. So behandle der Koalitionsvertrag die Problematik der Versieglung von offenen Flächen „stiefmütterlich“. Bei neuen Bauprojekten müsse der Innenentwicklung mehr Bedeutung geschenkt und bei der Versiegelung eine verpflichtende Entsiegelung vorgeschrieben werden, so die Linken-Politikerin. (pio)
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