Arbeitsbedingungen

Fleischbranche bleibt in der Kritik

Trotz der im vergangenen Jahr beschlossenen Selbstverpflichtung der Fleischbranche für bessere Arbeitsbedingungen stellen staatliche Kontrolleure zahlreiche Gesetzesverstöße fest. 2015 wurden bundesweit 171 Ordnungswidrigkeitsverfahren und 256 Strafverfahren eingeleitet, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Bundestagsfraktion Die Linke.
 
Beanstandet wurde Verstöße gegen die Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflicht von Arbeitszeiten, die Nichteinhaltung vorgeschriebener Arbeitsbedingungen, fehlende Anmeldungen beim Zoll und illegale Arbeitnehmerüberlassung. „Niedriglohn, Arbeitsverdichtung, illegale Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertragsmissbrauch sind an der Tagesordnung“, kommentiert die Linken-Abgeordnete Jutta Krellmann die Bilanz.

Die Antwort der Bundesregierung zeigt zudem, dass in der Schlachtbranche unterdurchschnittliche Löhne und Gehälter bezahlt werden. Das durchschnittliche Monatsentgelt der Kernerwerbstätigen lag bei 1.977 €. Der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohnbereich lag 2014 in der Branche bei 41 Prozent; fast doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft (22 Prozent). (SB)
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