WHO-Behörde

Fleischprodukte erzeugen Krebs


Pinkel und Kassler sind nach Ansicht der IARC krebserzeugend.
-- , Foto: Maren Beßler/pixelio
Pinkel und Kassler sind nach Ansicht der IARC krebserzeugend.

Verarbeitetes Fleisch ist nach einer Untersuchung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) krebserzeugend. Die Behörde der Weltgesundheitsorganisation stuft Fleischwaren in die gefährlichste Gruppe 1 „karzinogen für Menschen“ ein. Der regelmäßige Konsum erhöhe das Risiko für Darmkrebs, teilte die IARC heute mit. Auch bei Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sehen die Experten einen Zusammenhang mit dem Fleischkonsum.

Rotes Fleisch stuften die Experten als wahrscheinlich krebserregend ein, das ist die zweithöchste Warnstufe bezüglich der Krebsgefahr. Als rotes Fleisch wird das Fleisch von Säugetieren wie Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird Geflügelfleisch weißes Fleisch genannt.

Grundlage für die Empfehlung sind rund 800 Studien. Eine Arbeitsgruppe von 22 Wissenschaftlern aus 10 Ländern hatte die Arbeiten ausgewertet. Die Ergebnisse bestätigten geltende Gesundheitsempfehlungen, den Konsum von Fleisch zu begrenzen, sagte Agentur-Chef Christopher Wild. Ein um 50 g täglich gesteigerter Konsum von verarbeitetem Fleisch wie Kassler, Wurst oder geräuchertem Schinken, steigere das Dickdarmkrebsrisiko um 18 Prozent, so die Krebsagentur.

Wild betont aber auch, dass rotes Fleisch einen hohen Nährwert hat. Die Ergebnisse sollen den Regierungen helfen, Risikoanalysen abzuleiten, den Nutzen und die Risiken des Fleischkonsums zu bewerten und so die bestmöglichen Ernährungsempfehlungen zu geben. (SB)
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