Zoonosen-Monitoring

Fleischwirtschaft beklagt Irreführung

„Schweinefleisch ist nach wie vor eine bedeutende Infektionsquelle des Menschen mit Salmonellen“. Mit dieser Aussage fasste das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) seinen  Bericht zum bundesweit durchgeführten Zoonosen-Monitoring für das Jahr 2015 zusammen. Für den Verband der Fleischwirtschaft (VdF) ist diese Feststellung „sachlich unzutreffend und irreführend“.

Rohe Garnelen höher belastet

Das abstrakte Risiko für den Verbraucher, über den Verzehr von frischem Schweinefleisch an einer Salmonellose zu erkranken, sei laut Zoonose-Bericht geringer, als sich über den Verzehr von rohen Garnelen zu infizieren, stellt der VdF fest. So seien bei im Einzelhandel entnommene Proben von rohen Garnelen bei 0,5 Prozent Salmonellen nachgewiesen worden, beim Schweinefleisch aber nur bei 0,4 Prozent.

Keine Aussagen zu Erkrankungen

Für Geflügelfleisch, das im Berichtsjahr nicht speziell untersucht wurde, bemerkt der Bericht, dass dort Salmonella deutlich häufiger nachgewiesen wurden als in Schweine- und Rindfleisch. „Warum Schweinefleisch als bedeutende Quelle für eine Infektion herausgestellt wird, bleibt das Geheimnis des BVL“, kritisiert der Verband der Fleischwirtschaft. Den Zusammenhang zwischen der vorgenannten Behauptung und den durch den Verzehr von Schweinefleisch konkret verursachten Salmonellose-Erkrankungen beim Menschen bleibe das BVL schuldig, so der VdF.

Belstung auf niedrigem Niveau konstant

Bei Untersuchungen von Schweinefleisch auf Salmonella sind laut BVL zwei von 461 gezogenen Proben (0,4 Prozent) positiv getestet worden, was etwa dem gleichen Ergebnis für das Jahr 2011 entspricht (zwei von 568 oder 0,4 Prozent der Proben waren positiv). Der Nachweis von Campylobacter gelang in einer von 461 Proben (0,2 Prozent). In 2011 waren fünf von 561 Proben (0,5 Proben) Campylobacter-positiv. „Die Ergebnisse für Schweinefleisch zeigen eine konstante beziehungsweise leicht rückläufige Entwicklung auf sehr niedrigem Niveau und beweisen, dass die angewandten Hygienemaßnahmen und Herstellungsprozesse effektiv greifen“, betont der Verband der Fleischwirtschaft. (SB)
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