Freihandelsabkommen

Folgen für Bayern wissenschaftlich bewerten

In die Diskussion zu den geplanten Handelsabkommen TTIP und CETA mischt sich auch der Bayerische Bauernverband ein. „Faule Kompromisse oder einen Kuhhandel zu Lasten von Bauern und Verbrauchern darf es keinesfalls geben“, fordert Bauernpräsident Walter Heidl. Zwar könnten Handelsabkommen Chancen beim Verkauf von hochwertigen Lebensmitteln und damit bayerischen Agrarerzeugnissen bieten, doch aus Heidls Sicht müssen zu allererst die Sorgen der Bevölkerung und der Bauernfamilien ernst genommen werden.

Die bayerische Land- und Ernährungswirtschaft erfülle im weltweiten Vergleich höchste Standards. „Auch für Importe müssen diese Maßstäbe unter allen Umständen weiterhin gelten. Es geht um den Schutz unserer Landwirtschaft, unserer Heimat und Umwelt,“ so Heidl. Die geplanten Handelsabkommen sowie die damit verbundene Veränderung von Handelsströmen werfen nach Ansicht des BBV bedeutende und komplexe Fragen auf. Nötig seien deshalb belastbare Daten.

Der BBV habe daher Ende Juli das bayerische Landwirtschaftsministerium aufgefordert, die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft mit einer wissenschaftlichen Folgenabschätzung zu CETA für die einzelnen Produktbereiche zu beauftragen. Für TTIP hat der BBV einen ersten Prüfauftrag bereits 2015 angestoßen. Darüber hinaus hat der BBV die Einrichtung eines „Runden Tischs der Land- und Ernährungswirtschaft zu Handelsabkommen“ vorgeschlagen, um Dialog und Transparenz zu gewährleisten. (SB)
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