Agrarkommissar Dacian Ciolos ruft Experten zusammen.
-- , Foto: EU-Kommission
Agrarkommissar Dacian Ciolos ruft Experten zusammen.

EU-weit werden Forderungen laut, den absehbaren Preisdruck auf einzelnen Märkten über EU-Krisenfonds abzufedern. Dem begegnet die Politik zurückhaltend. Zunächst müssten die krisenbedingten Preisbewegungen ermittelt werden.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos lässt derzeit eine Aktionsgruppe aus nationalen Experten die Einschätzungen aus den Mitgliedsländern zusammentragen. Er wird kommenden Dienstag weitere Gespräche mit Ländervertretern führen. Denn dass der Importstopp Russlands den gesamten europäischen Markt betreffen wird, steht außer Zweifel. Immerhin geht es nach russischen Berichten um Waren im Wert von mehr als 9 Mrd. US-$.

Als wichtiges Lieferland von Milchprodukten, Eiern, Obst und Gemüse nach Russland sind die Niederlande von Embargo besonders stark betroffen. Der Landwirtschafts- und Gartenbauverband (LTO) der emsigen Exportnation koordiniert die Gespräche zwischen den Branchen. Gemeinsam soll ein massiver Preisverfall für Agrarprodukte verhindert werden, unter anderem indem neue Exportmärkte erschlossen werden. Der Vorsitzende Albert Jan Maat ist an Regierung und EU-Kommission herangetreten mit der Aufforderung zügig zu handeln, um die Folgen aus dem Boykott abzufangen. (brs)
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