Label-Diskussion

Foodwatch fordert unteilbaren Tierschutz

Alle Label, gleich welcher Art, würden dem Tierschutz als Staatsziel nicht gerecht, äußerte der stellvertretende Geschäftsführer der Organisation, Matthias Wolfschmidt heute in Berlin. Nach Berechnung von Experten könne dem staatlichen Tierwohllabel ein Marktanteil von maximal 20 Prozent prognostiziert werden. Dies bedeute im Umkehrschluss, dass 80 Prozent der gehaltenen Nutztiere nicht von den höheren Anforderungen profitieren könnten.

Scharfe Kritik übte Foodwatch an der Strategie von Agrarminister Schmidt.
-- , Foto: jst
Scharfe Kritik übte Foodwatch an der Strategie von Agrarminister Schmidt.
Damit würde das seit 2002 im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz in erheblicher Weise verletzt. Auch alle anderen Formen von Labeln wie das von der Partei Bündnis90/Die Grünen favorisierte und an der Kennzeichnung für Eier orientierte Modell "0-1-2-3" werde dem Tierschutz in keiner Weise gerecht. Stattdessen müsse nun endlich der Tierschutz flächendeckend und für alle Tierarten umgesetzt werden, fordert der Veterinärmediziner Wolfschmidt. Tierschutz dürfe nicht teilbar sein. Die Aufgabe zur Umsetzung eines derartigen Programms liege bei der Bundesregierung.

Auf diesem Gebiet hätten jedoch neben der derzeitigen auch alle anderen Regierungen in den vergangenen 15 Jahren versagt, kritisiert Foodwatch. Für ein derartiges Programm sei die breite Unterstützung von Politik und Wirtschaft unverzichtbar. Es sei klar, dass die Landwirtschaft Investitionen in Höhe von vielen Milliarden Euro keinesfalls bewältigen könne. Auch sei es in keiner Weise zielführend, allein die Erzeuger für bestehende Missstände in der Tierhaltung verantwortlich zu machen. (jst)
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