Unterschriftenaktion

Foodwatch will Glyphosat stoppen


Die deutsche Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat im Internet eine E-Mail-Aktion gestartet, die sich direkt an den Präsidenten der Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) Bernhard Url richtet. Ziel von Foodwatch ist es, die Wiederzulassung von Glyphosat zu verhindern. Foodwatch argumentiert unter anderem mit der neuen Einstufung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), die Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ beurteilt. Die EFSA ist jetzt dafür zuständig, die Ergebnisse dieses Berichts zu bewerten. Sie wird bis zum Jahresende prüfen, ob sich durch die neue Gefahreneinstufung der IARC auch die Risikoeinstufung ändert.

Als weitere Argumente führt Foodwatch Stichprobenuntersuchungen in Muttermilch mit Glyphosatfunden an, von denen die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Juni berichtet hatten. Allerdings hatten das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Nationale Stillkommission anschließend übereinstimmend Entwarnung gegeben. Außerdem nennt Foodwatch eine Veröffentlichung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) aus dem Jahr 2013, in dem von Glyphosat-Rückständen im Urin von Großstädtern die Rede war. Diese Meldung wurde kurz darauf vom Rheinischen Wirtschaftsforschungsinstitut (RWI) als „grober statistischen Unfug" bewertet.

Schließlich argumentiert Foodwatch mit den zunehmenden Ausbringungsmengen von Glyphosat in Nord- und Südamerika. Hier weist die Organisation auf die Kombination des Herbizids Roundup mit den von Monsanto vertriebenen gentechnisch veränderten „Roundup-Ready“-Sorten, die gegen das Mittel resistent sind. Foodwatch klärt in seinem Aufruf aber auch darüber auf, dass gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa gar nicht zum Anbau zugelassen sind. Hier werde Glyphosat in der konventionellen Landwirtschaft zur Vorbereitung des Ackers vor dem Aussaat der Pflanzen verwendet. (db)
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