Offener Brief

Forscher warnen vor Gentechnik-Blockade

20 führende Wissenschaftler aus Schweden, Großbritannien, Belgien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz haben einen offenen Brief an die „Entscheider in Europa" unterzeichnet. Sie warnen vor finanziellen und politischen Einschränkungen für die Pflanzenforschung. Insbesondere fordern sie, dass Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen grundsätzlich möglich sein müssen, meldet das Online-Portal Transgen.

Der Appell richtet sich im Vorfeld weichenstellender Beratungen an die EU-Politiker. Am Dienstag kommender Woche berät der EU-Umweltausschuss über die Möglichkeit der Mitgliedstaaten, den Anbau von GVO auf ihrem Hoheitsgebiet zu beschränken oder zu untersagen.

Der von dem schwedischen Pflanzenphysiologen Prof. Stefan Jansson initiierte Brief äußert die Befürchtung, Europa könne seine im Forschungsprogramm „Horizont 2020" selbst gesteckten Ziele, gute Rahmenbedingungen für Spitzenforschung zu schaffen und Hindernisse für Innovationen abzubauen, verfehlen.

Als wichtige Forschungsaufgaben identifizieren die Unterzeichner unter anderem die Anpassung der Nutzpflanzen an den Klimawandel und eine Landwirtschaft, die weniger Wasser, Energie, Düngemittel und Pestizide benötigt. Pflanzenwissenschaftlern müsse es möglich sein, Freilandversuche durchzuführen, auch mit gentechnisch veränderten Pflanzen. In vielen EU-Ländern würden solche Versuche allein aus politischen Gründen blockiert. Die EU-Institutionen müssten dafür sorgen, dass genehmigte und als sicher eingestufte Versuche tatsächlich durchgeführt werden können. (kbo)
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