Gesetzentwurf

Fracking nur in großer Tiefe


Länder müsssen zustimmen
Beim konventionellen Fracking wird Gestein in Tiefen von bis zu fünf Kilometer aufgebrochen. Beim unkonventionellen Fracking, wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in oberflächennahes Ton- oder Schiefergestein gepresst. Das unkonventionelle Fracking soll bei maximal vier Erprobungsmaßnahmen weiter erforscht werden können, wenn die jeweilige Landesregierung dem Projekt zustimmt. Die Umweltstandards für das konventionelle Fracking werden verschärft.
Die große Koalition hat sich auf ein Verbot des unkonventionellen Frackings geeinigt. Das auch in Deutschland seit Jahrzehnten praktizierte konventionelle Fracking soll dagegen weiter erlaubt sein, allerdings unter strengeren Auflagen als bisher. Bereits am Freitag soll der Bundestag über das Gesetz entscheiden. Die Grünen werfen der großen Koalition vor, die Bürger zu täuschen. „Was die Regierung uns als Verbot von Fracking verkaufen will, ist in Wahrheit eine Fracking-Erlaubnis“, kommentierte Fraktionschef Anton Hofreiter die Einigung.

Industrie bedauert Perspektivlosigkeit

Kritisch äußert sich auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). „Wir hätten uns nach der mehrjährigen Diskussion eine größere Offenheit, auch für die unkonventionelle Förderung, gewünscht", sagte Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Diese Perspektivlosigkeit sei für den Industriestandort Deutschland bedauerlich. Sie bremse das Innovationspotenzial der Erdgasbranche aus und verschlechtere die Versorgungssicherheit. Positiv bewertete der BDI, dass die konventionelle Erdgasförderung wieder ermöglicht und Rechtssicherheit geschaffen wird. Die zusätzlichen Auflagen seien allerdings überzogen und unnötig. (SB)
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