Informeller EU-Agrarrat

Frankreich für stärkere GAP


Die Agrarminister besichtigten beim informellen Ministertreffen gemeinsam einen modernen Kuhstall in Eindhoven.
-- , Fotos: Axel Mönch
Die Agrarminister besichtigten beim informellen Ministertreffen gemeinsam einen modernen Kuhstall in Eindhoven.

Frankreich reichte ein Positionspapier in die Debatte ein und machte damit deutlich, wie sehr ihm die Zukunft der GAP am Herzen liegt. Für zukünftige Krisen will der französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll mit neuen Instrumenten ausstatten. Er schlägt vor, in guten Jahren einen Teil der Direktzahlungen zurückzuhalten. In Krisenjahren sollen die Landwirte dafür nach dem Versicherungsprinzip höhere Direktzahlungen bekommen. Außerdem will Frankreich an die Erzeugung gekoppelte Direktzahlungen erhalten oder sogar ausbauen, um Betriebe auch in weniger wettbewerbsfähigen Regionen zu halten. Einige osteuropäische Minister brachten die ungleichen Subventionshöhen in die Debatte, die dringend einer Angleichung bedürften. Italien forderte, wie Frankreich, eine wieder stärkere Agrarmarktordnung mit mehr Einflussmöglichkeiten auf die Märkte. Außerdem will Italien eine Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel. Deutschland hält am Kurs der Marktorientierung fest und steht damit nicht allein unter den EU-Mitgliedstaaten. Wenn auch die Steuerung von Überschüssen umstritten bleibt, sind sich die Minister einig, dass Versicherungsmöglichkeiten in Rahmen der GAP ausgebaut werden sollen. Die EU-Kommission hält sich mit Anregungen für die Zeit nach 2020 zurück. EU-Agrarkommissar Phil Hogan stellte aber klar, dass weitere Anpassungen der GAP notwendig sind, allein schon um den Agrarsektor auf die Auseinandersetzungen um den EU-Haushalt in den Jahren 2020 bis 2027 gut vorzubereiten. (Mö)
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