Geflügelgrippe

Frankreich im Krisenmodus


Nach den neuesten Berichten des französischen Landwirtschaftsministeriums ist die Geflügelgrippe an 42 Orten im Land aufgetreten. Das krankheitserregende Virus des H5-Subtypes wurde an den meisten Orten nachgewiesen. Laut Medienberichten waren am meisten Enten haltende Betriebe betroffen.

Damit wächst sich die Lage in Frankfreich zu einer bislang beispiellosen Krise aus. Um Frankreichs Stellung als Geflügelexporteuer nicht weiter zu gefähren, erhöhen die Behörden nun die Kontrollen, meldet der Nachrichtendienst Agra Europa aus London.

Sorgen bereitet den Behörden nicht nur die Tatsache, dass das besonders krankmachende Geflügelgrippevirus (Highly pathogenic avian influenza - HPAI) nach acht Jahren wieder im Land aufgetreten ist. Besonders beunruhigend sei die Vielfäligkeit der Stämme, die bislang nachgewiesen seien, schreibt AgE.

Auch der potenziell auf Menschen übertragbare Stamm des Virus H5N1 war Ende Juni entdeckt worden. Neben dieser Variante sei vor allem bei Enten haltenden Betrieben die Stämme H5N2 und H5N9 aufgetreten, hieß es weiter.

Importverbote für französisches Geflügel

Seit Anfang Dezember spürt Frankreich die Konsequenzen. Einige Länder verhängten Importverbote für französisches Geflügel. Zu diesen Ländern zählen laut Medienberichten in erster Linie asiatische sowie nordafrikanische Staaten wie Algerien, China, Ägypten, Japan, Marokko, Südkorea, Thailand und Tuniesien.

Das französische Agrarministerium kündigte vergangene Woche einen nationalen Erlass mit Maßnahmen für die Region Südwest-Frankreich an, die über die von der EU geforderten Maßnahmen hinaus gingen. Dabei gehe es vor allem darum, einen Weg zu finden, die Geflügelproduktion hygienisch sicher zu machen, um alle notwendigen Garantien für importierende EU- sowie Nicht-EU-Länder zu geben.

Agrarminister will beruhigen

Zuvor hatte der Agrarminister Stephane Le Foll bekannt gegeben, dass ersten Ergebnissen zufolge keine Gefahr bestehe, dass von den in Frankreich gefundenen Viren keine Gefahr für Menschen ausgehe. Zudem hätten Untersuchungen ergeben, dass die Stämme auch nicht durch den Verzehr von Geflügelfleisch übertragbar seien.

Zudem wolle Le Foll sich stark machen, dass die Länder ihr generelles Einfurverbot für französischens Geflügelfleisch lockern und auf Fleisch aus den betroffenen Regionen des Landes beschränken. (mrs)
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