Chambord

Frankreich regt 3. Säule für die GAP an

Im Loire-Schloss Chambord skizzierten 20 EU-Agrarminister die Zukunft der Agrarpolitik nach 2020. Einig waren sie sich, dass die GAP ein wichtiger Bestandteil für den Zusammenhalt Europa war und bleiben müsse. Deshalb solle auch eine ausrechende Finanzierung des EU-Agrarhaushalts in der kommenden Planungsperiode von 2020 bis 2027 sichergestellt werden, betonten die EU-Agrarminister.

Durch den Austritt Großbritanniens wird eine Finanzierungslücke im EU-Haushalt entstehen, die die anderen EU-Mitgliedstaaten füllen müssen. Einig waren sich die Minister auch darüber, dass die GAP in den kommenden Jahren noch vereinfacht werden müsse. In der Frage der Steuerung der Agrarmärkte durch die GAP gingen die Meinungen in Chambord auseinander. Polen forderte für den EU-Milchmarkt eine Rückkehr zum Quotensystem. Frankreich wünscht sich neue Instrumente zur Verminderung des Angebots in Krisenzeiten. Deutschland verweigert dagegen eine Rückkehr zur alten GAP mit zahlreichen Eingriffen in die Agrarmärkte.

Die Minister von Spanien, Portugal, Italien, Finnland, den Niederlanden, Lettland, Kroatien und des Vereinigten Königreichs waren nicht in Chambord. Der Gastgeber und französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll legte den Akzent auf zusätzliche Versicherungsangebote in der GAP nach 2020. Instrumente zum Abfangen des Risikos der Märkte, von Seuchen und des Klimas könnten Bestandteil einer 3. Säule der GAP werden, erklärte Le Foll auf dem Ministertreffen. In Chambord wurde kein gemeinsames Papier verabschiedet. Nach französischer Lesart war das Treffen aber ein Auftakt für einen langen Weg in eine bessere GAP. (Mö)
 
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