Vogelgrippe

Freilandeier werden knapp


In weiten Teilen der Region Weser-Ems gilt nach einem Ausbruch der hochpathogenen Geflügelpest H5N8 weiterhin das Auftstallungsgebot, um der Ansteckungsgefahr durch Wildvögel vorzubeugen. Deshalb rechnet Günther Scheper, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsches Ei, damit, dass Freilandeier bald knapp werden.

Eine Ausnahmeregelung habe es den Erzeugern aus der Region gestattet, die Eier weiterhin als Freilandware zu vermarkten, auch wenn die Legehennen im Stall bleiben mussten. Doch diese im EU-Recht vorgeschriebene Zwölfwochenfrist verstreiche in den kommenden Tagen, sagte Scheper der Neuen Osnabrücker Zeitung. Danach müssten die Eier als Erzeugnisse aus Bodenhaltung vermarktet werden. Die Landwirte würden dadurch finanzielle Verluste machen, da Eier aus Bodenhaltung deutlich günstiger vermarktet würden als solche aus Freilandhaltung. Die Konsequenz: Erzeuger könnten ihre Tiere früher schlachten, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen.

Verbände der Geflügelwirtschaft in Niedersachsen stehen laut dem Zeitungsbericht in Kontakt mit der Landesregierung und Bundesregierung. Ihrer Ansicht nach gehört die Zwölf-Wochen-Frist für die Vermarktung von Eiern aus aufgestallten Beständen als Freilanderzeugnisse auf den Prüfstand. Zudem sei zu erwägen, ob die Stallfrist für einzelne Betriebe, die sich außerhalb der Zonen des Wildvogelflugs befänden, aufgehoben werden kann.

Erst vergangenen Mittwoch hatte das Landwirtschaftsministerium die Vogelgrippe in dem Bundesland offiziell für erloschen erklärt. Nach dem Nachweis der Vogelgrippe in zwei niedersächsischen Betrieben im Dezember seien keine weiteren Fälle mehr aufgetreten, hatte das Ministerium mitgeteilt. (pio)
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