Windkraft

Freileitungen nur als Ausnahme


Starre Vorgaben für die Netzbetreiber sollen der Bundesnetzagentur zufolge nicht festgelegt werden. Dafür würden die räumlichen Gegebenheiten zu sehr variieren, so dass eine Entscheidung individuell vor Ort getroffen werden solle, heißt es in der Begründung. Dennoch solle die Realisierung von Freileitungen von den Netzbetreibern nur im Ausnahmefall geprüft werden. Zum Beispiel, wenn eine geschützte Tierart oder Vogelschutzgebiete eine Erdverkabelung unmöglich machen oder eine Gebietskörperschaft explizit die Prüfung eines Freileitungsabschnittes fordert. Ausgeschlossen sei in jedem Fall die Annäherung einer Freileitung an eine Wohnsiedlung.

Ziel des jetzt veröffentlichten Positionspapiers ist es, die rechtlichen und methodischen Anforderungen für die Erdverkabelung von Gleichstromleitungen transparent festzulegen und eine einheitliche Grundlage für die Netzbetreiber zu schaffen, so die Bundesnetzagentur. Hintergrund sei der Ende des Jahres 2015 beschlossene Vorrang von Erdkabeln für neue Gleichstromvorhaben, der zu veränderten Planungen führe.

In der Vergangenheit war es in der Öffentlichkeit wiederholt zu Protesten gegen die neuen Stromtrassen gekommen. Dem soll offenbar durch den Vorrang von Erdkabeln begegnet werden. Kritiker an der Erdverkabelung weisen jedoch darauf hin, dass großräumige Baumaßnahmen neben sehr hohen Kosten massive Eingriffe in die Bodenökologie darstellen und auch Nachteile für die Landwirtschaft mit sich bringen.
 
In diesem Zusammenhang weisen Vertreter der Biogasindustrie darauf hin, dass für die Nutzung von Energie aus Biogas bereits eine flächendeckende Versorgungsinfrastruktur durch bestehende Erdgasnetze existiere. Daher sei es nach Ansicht die Interessenvertreter nicht nachvollziehbar, die Förderung der Biogasenergie bei der Novelle des Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) 2016 massiv zu benachteiligen. (jst)  
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