Fernsehreportage

Frontal-21-Bericht stößt übel auf


Die Darstellung der ZDF-Sendung „Frontal 21 - Bedrohung durch Gülle-Flut – Nitrat gefährdet Mensch und Natur“ am Dienstag stößt dem Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) sauer auf. Die Informationen seien fehlerhaft und unsachlich dargestellt. So werde in dem ZDF-Beitrag nahe gelegt, der in der Sendung gezeigte Schweinestall in Viersen-Dülken sei unter Beugung des Gesetzes genehmigt worden, kritisiert der Verband.

RLV: Strukturen könnten kaum regionaler sein

Dies ist nicht der Fall, betont der RLV. Es liege eine rechtmäßige Genehmigung für eine Betriebserweiterung vor. An dieser seien die zuständigen Fachaufsichtsbehörden wie die Bezirksregierung Düsseldorf, das NRW-Bauministerium und NRW-Umweltministerium beteiligt gewesen. Besonders hervorzuheben sei im Gegenteil, dass der Landwirt in einer Wasserkooperation Mitglied sei und sich freiwillig dazu verpflichtet habe, nur 130 kg N/ha, statt der derzeit gesetzlich erlaubten 170 kg N/ha auszubringen.

Die Strukturen rund um den gezeigten Schweinebetrieb könnten kaum regionaler und nachhaltiger sein. Sauenstall und Schweinemaststall lägen direkt nebeneinander und bildeten eine Einheit, sodass im geschlossenen System keine Transporte nötig seien. Vor Ort gebe es eine Futtermühle und einen Schlachthof in Viersen. „Ein Produkt aus der Region ohne lange Transportwege und zu bezahlbaren Preisen, ist es nicht das, was der Verbraucher will?“, hinterfragt der RLV.

Extreme Vorgehensweise der Reporter

Auch mit der Vorgehensweise der Frontal-21-Recherche ist der RLV nicht einverstanden. So hätte der betroffene Landwirt berichtet, dass das Team von Frontal 21 vor Ort ohne Genehmigung seinen Stall mit einer Drohne von oben gefilmt, sogar privates Betriebsgrundstück betreten und dort ohne Genehmigung Aufnahmen gemacht habe.

Die Darstellung, dass Landwirte „massenhaft Gülle auf Äcker und Wiesen“ ausbringen, sei nicht korrekt. Dabei hielten Landwirte sich an geltende Gesetze und Verordnungen, die durch die Landwirtschaftskammer NRW kontrolliert werden.

In der Sendung wird beklagt, dass der Betrieb in Viersen-Dülken nahe eines Wasserwerks liegt. Im Umkreis herrsche somit Bauverbot. Trotzdem habe der Kreistag dem Landwirt zu einer Genehmigung verholfen und das Hofgebiet dafür aus dem Schutzgebiet ausgeklammert.  (has)
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