Federpicken und Kannibalismus kommen auch in der ökologischen Legehennenhaltung vor. Gemeinsam mit der Bio-Frischei Zernke GmbH aus Lärz setzt das Land Mecklenburg-Vorpommern jetzt auf die Verbesserung des Tierwohls und der Tiergesundheit im Hühnerstall. 


Getestet wird ein neuartiges Fütterungssystem, das die Tiere sowohl beschäftigen und als auch ausgewogen ernähren soll. Projektkoordinator ist die LMS Agrarberatung. Das Landwirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit fast 400.000 €. Im Projekt „Bio-Ei“ wird ein Raufuttervorlagesystem konstruiert, bei dem durch ein Rohrsystem mit Öffnungen mehrmals täglich für wenige Sekunden Futter wie Maissilage, Silage aus Leguminosen, Larvenmehl oder Industriehanf in den Stall rieselt. Das sorgt für eine Beschäftigung der Tiere. 


Von entscheidender Bedeutung sei eine Haltung, die der Natur des Huhns entspricht und eine größtmögliche Verhaltensvielfalt bietet. Hierzu gehöre nicht nur ausreichend Tageslicht und frische, ammoniakfreie Luft, sondern auch die Möglichkeit sich zu beschäftigen, erklärt Till Backhaus, Landwirtschaftsminister aus Mecklenburg-Vorpommern. Eier aus ökologischer Erzeugung erreichen einen Mengenanteil von 11,5 Prozent bei Frischei. Mecklenburg-Vorpommern nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Jedes fünfte Bio-Ei stammt von dort. (az)
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