Bauernverbände

GAP-Reform um zwei Jahre verschieben


Wenn Großbritannien demnächst offiziell den Austritt aus der EU erklärt, werden zwei Jahre lang die Modalitäten der Trennung verhandelt. Parallel dazu müsste auch über die Fortführung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) diskuriert werden, deren aktuelle Förderperiode im Jahr 2020 endet. Die Bauernverbände aus Frankreich und Deutschland haben nun den Vorschlag gemacht, die nächste GAP-Reform zu verschieben und die aktuelle Periode um zwei Jahre zu verlängern.
 

Vertrauen Gewinnen und bürokratische Hürden abbauen

Die Bauernpräsidenten Joachim Rukwied und Xavier Beulin mahnten mit Blick auf den Austritt Großbritanniens aus der Union an, jetzt besonnen zu reagieren. Es sei nicht die Zeit, die Gemeinsame Agrarpolitik komplett umzuwerfen. Entscheidend sei, neues Vertrauen und vor allen Dingen Verlässlichkeit in dem europäischen Einigungsprozess zu erzeugen. Die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik bis 2020 habe den Landwirten viel abverlangt. Insbesondere hat die jüngste Reform neue bürokratische Hürden aufgestellt. Der DBV und der französische Verband FNSEA haben sich darauf verständigt, mit Nachdruck und gemeinsam eine Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik voranzutreiben.

Nationale Spielräume führen zu Wettbewerbsverzerrungen

In Bezug auf die Fortentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 haben sich die Verbände darauf verständigt, eng zusammenzuarbeiten. Insbesondere werde es darum gehen, neue Formen des Risikomanagements und des Umgangs mit volatilen Märkten zu entwickeln. Die vielen nationalen Spielräume, welche die derzeitige Gemeinsame Agrarpolitik gewährt, führten zuweilen zu Wettbewerbsverzerrungen. Insofern sollte der Gemeinschaftsgedanke bei der Fortentwicklung der Agrarpolitik wieder stärker Leitmotiv sein. Zudem müsse die künftige Agrarpolitik mit einem angemessenen Budget ausgestattet werden. (SB)
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