„Statt mit ihren Kunden, den Bauern, auf Augenhöhe und fair umzugehen, setzt man auf Drohkulisse, Einschüchterung und Abkassieren“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL und Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Nachbau. Die IG Nachbau lehnt die Zahlung von Nachbaugebühren seit Einführung der Regelung 1998 ab und rät den Landwirten, weiterhin keine Auskunft zu geben.

Die STV hat im Auftrag der Pflanzenzüchter über ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Sommer vorigen Jahres informiert, wonach Landwirte für die Verwendung von hofeigenem Saatgut den Züchtern bis zum Ende des Wirtschaftsjahres die Nachbaugebühren zahlen müssen. Janßen beruft sich auf ein weiteres Verfahren, das die AbL gegen die STV gewonnen hat: Demnach besteht keine Auskunftspflicht der Landwirte. Die STV könne gegen Landwirte nur dann vorgehen, wenn sie konkrete, sortenspezifische Hinweise auf Nachbau habe. „Das Drohschreiben beeindruckt uns nicht. Wir wehren uns seit 1998 politisch und rechtlich und haben mehrfach Gerichtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof und vor dem Europäischen Gerichtshof für die Bauern entscheiden können“, ruft Janßen jetzt zum „Widerstand“ auf. (brs)
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