Die Bekämpfung von Salmonellen beim Geflügel ist erfolgreich, die Zahl der Erkrankungen bei Menschen nimmt ab. Die Nachweisrate von Campylobacter in Lebensmitteln und die Zahl der gemeldeten Infektionen seien allerdings nicht gesunken, teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit. Die Behörde wertete für ihren Bericht „Erreger von Zoonosen in Deutschland“ von Bundesländern und Bundesbehörden gemeldete Daten aus dem Jahr 2013 aus.

Beim Zubereiten auf Hygiene achten

Ein Vergleich der Nachweisraten bei Tieren und in Lebensmitteln zeige, dass es insbesondere beim Geflügel nicht gelingt, die Kontamination der Schlachtkörper mit Zoonoseerregern, die aus der Tierhaltung stammen, zu verhindern, so die Experten des BfR. Trotz aller Bemühungen in der Zoonosenbekämpfung könnten Krankheitserreger in Lebensmitteln enthalten sein. „Die Ergebnisse unseres Berichts unterstreichen, dass die Zoonosenbekämpfung in der Tierhaltung fortgesetzt und bei der Geflügelschlachtung intensiviert werden muss“, sagt BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. Bei der Zubereitung von Lebensmitteln müsse auch weiterhin unbedingt auf Küchen- und Lebensmittelhygiene geachtet werden, um Verbraucher vor Lebensmittelvergiftungen zu schützen.

Weniger Geflügelherden mit Salmonellen

Als Erfolg könne seit einigen Jahren die Bekämpfung von Salmonellen beim Geflügel verbucht werden. Salmonellosen gehören mit rund 19.000 jährlich in Deutschland gemeldeten Fällen zu den häufigsten bakteriellen Darmerkrankungen. Aber die Zahl der Infektionen und die Anzahl der belasteten Lebensmittelproben sinken kontinuierlich, heißt es in dem Bericht. Die umfangreiche Salmonellen-Bekämpfung in der Geflügelhaltung zeige Erfolge: Weniger Herden seien beim Test positiv, allerdings sei Geflügelfleisch aufgrund der Verschleppung während der Schlachtung weiterhin häufiger mit Salmonellen belastet als das Fleisch anderer Nutztierarten.

Verschleppung beim Schlachten vermeiden

Die häufigste Erkrankung durch einen Zoonoseerreger sei nach wie vor die Campylobacteriose mit rund 63.600 gemeldeten Fällen in Deutschland im Berichtsjahr 2013. Entsprechend häufig findet sich der Erreger in Lebensmitteln, auch hier ist Geflügelfleisch am häufigsten positiv. Die Ursache für die besondere Belastung von Geflügelfleisch mit Erregern wie Salmonellen oder Campylobacter liege im Schlachtprozess. Hier sei es bislang noch nicht ausreichend gelungen, eine Übertragung der Erreger vom Gefieder und Darmtrakt des Tieres auf das Fleisch zu verhindern.

Schädliche Keime in Fisch und Rind

Andere Erreger, wie Listeria monocytogenes und verotoxinbildende E. coli (VTEC) werden in Lebensmitteln selten nachgewiesen. Allerdings verursachen diese Erreger beim Menschen schwerere Erkrankungen. Listeria monocytogenes wurde auch 2013 mit Keimzahlen über 100 KbE/g bei verzehrsfertigen Lebensmitteln am häufigsten in Fischereierzeugnissen, in seltenen Fällen auch in Milchprodukten wie Joghurt sowie in pflanzlichen Lebensmitteln nachgewiesen. VTEC sind beim Rind weit verbreitet und wurden auch 2013 wiederholt in Rindfleisch nachgewiesen. Dabei werden beim Rind und im Rindfleisch auch virulente Stämme sowie Serogruppen von VTEC nachgewiesen, die für menschliche Erkrankungen verantwortlich sind. (az)
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