In Mecklenburg-Vorpommern müssen Geflügelhalter Sicherheitsvorkehrungen treffen, um ein Übergreifen der Geflügelpest auf Nutztierbestände zu verhindern. Das Land reagiert damit auf Funde von toten Wildvögeln, die mit dem hochpathogene aviäre Influenzavirus des Subtyps H5N8 infiziert waren. Nach Fällen in den Küstengebeten von Schleswig-Holstein und Polen sei die Geflügelpest nun auch bei einer auf der Insel Riems gefundenen toten Reiherente aufgetreten, berichtete Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) am Donnerstagvormittag bei einer Pressekonferenz.

Am Nachmittag teilte das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) mit, dass 12 toten Wildenten, die am Mittwoch auf der Greifwalder Oie bei Rügen geborgen wurden, ebenfalls infiziert sind. Weitere Verdachtsfälle vom Darß (Höckerschwäne) und dem Nordufer des Schweriner Sees (Reiherenten) würden derzeit untersucht.

Der Minister rief die Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, Geflügel spätestens ab Sonntag aufzustallen. Ab Montag werde das Aufstallungsgebot von den Behörden kontrolliert, kündigte Backhaus an. Um den Fundort des Wildvogels wurde außerdem ein Sperrbezirk mit einem Radius von 3 km und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von 10 km eingerichtet, in denen die Sicherheitsmaßnahmen der Geflügelpest-Verordnung des Bundes gelten.

Verdachtsfall in Bestand am Bodensee

Nach dem Nachweis der Vogelgrippe bei toten Wildvögeln am Bodensee ist Österreich ein Verdachtsfall bei Hausgeflügel aufgetreten. Proben von mehreren toten Tieren aus dem Betrieb in Vorarlberg werden auf Vogelgrippe getestet. Am Bodensee wurden von Deutschland, Österreich und der Schweiz Maßnahmen eingeleitet, die ein Übergreifen der Seuche auf Nutzgeflügel verhindern sollen. In einer ein Kilometer breiten Zone um den See darf Geflügel ab Freitag nicht mehr im Freiland gehalten werden. Außerdem müssen bei den Zugängen zu Geflügelställen und beim Transport der Tiere besondere Hygienemaßnahmen ergriffen werden. In Betrieben innerhalb des Schutzgebiets werden die Bestände einmal im Monat von einem Veterinär untersucht. (SB/AIZ)
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