Die Vereinigung der europäischen Saatgutwirtschaft (ESA) will dem internationalen Vertrag zum Schutz pflanzengenetischer Ressourcen (ITPGRFA) Rückenwind verleihen. Darum hat die ESA ihrer Ankündigung vom Oktober 2014 jetzt Taten folgen lassen. Damals hatte der ESA-Kongress angekündigt, den International Treaty (ITPGRFA) mit Geld auszustatten. Heute hat ESA-Präsident Gerard Backx 300.000 € an freiwilligen Zahlungen an die Steuerungsgruppe des Treaty überreicht.

Aus Sicht der Pflanzenzüchter ist das internationale Vertragswerk ITPGRFA besser geeignet, den Schutz der genetischen Ressourcen mit deren Nutzung durch die Pflanzenzüchtung zu vereinbaren als das Nagoya-Protokoll. Das Nagoya-Protokoll und vor allem seine Umsetzung in europäisches Recht seien auf die direkte Nutzung der Pflanzen in der Pharmazie oder Kosmetik zugeschnitten. In der Züchtung erfolge der Vorteilsausgleich vor allem mit dem freien Zugang zu neuen Sorten.

Dem ITPGRFA fehlt es aber bislang an Durchsetzungskraft und darum auch an finanzieller Ausstattung. Dem soll die ESA-Finanzspritze abhelfen. Zudem erklären die Pflanzenzüchter, nehme das Vertragswerk nur auf wenige Pflanzenarten Bezug. Daher fallen zurzeit die meisten Pflanzenarten, deren züchterische Bearbeitung von Interesse ist, unter das Nagoya-Protokoll. (brs)
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